Wilhelmstraße Wasseralfingen: Ortschaftsrat für „Radfahrer frei“ auf dem Gehweg

+
Die Wilhelmstraße in Wasseralfingen ist saniert worden. Mit dem Ergebnis ist der Ortschaftsrat unzufrieden. Das Gremium hat sich gegen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Straße ausgesprochen. Stattdessen soll „Radfahrer frei“ auf dem Gehweg gelten. Foto: Peter Hageneder
  • schließen

Ein weiterer Vorschlag, den Oberbürgermeister Frederick Brütting ins Spiel gebracht hat, soll geprüft werden.

Aalen-Wasseralfingen. Auf den Gehwegen entlang der Wilhelmstraße soll bald „Radfahrer frei“ gelten. Zumindest, wenn es nach dem Ortschaftsrat Wasseralfingen geht. Das Gremium hat sich in der vergangenen Sitzung mehrheitlich für diese Lösung ausgesprochen. Laut Sitzungsvorlage kann diese Variante 2b in sechs Monaten umgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass der Gemeinderat zustimmt und die verkehrsrechtliche Anordnung erteilt wird.

Das schlägt Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting vor

Zusätzlich, so wünscht sich das der Ortschaftsrat, soll eine Lösung geprüft werden, die Oberbürgermeister Frederick Brütting vorschlägt und die Nummer 5 trägt. Er kann sich vorstellen, aus der Wilhelmstraße und aus der bahnparallelen Trasse (Charlottenstraße, Appenwang und Auguste-Kessler-Straße) Einbahnstraßen zu machen. Auf der einen Straße raus aus Wasseralfingen auf der anderen Seite rein. Das würde auf der Wilhelmstraße mehr Platz bieten für den Radverkehr. Der OB kann sich vorstellen, dort einen Radweg in beide Richtungen zu markieren und auch räumlich abzutrennen. Die Wilhelmstraße könne so wieder zum Boulevard werden, sagte Brütting.

Die Wilhelmstraße in Wasseralfingen wurde kurz nach der Sanierung auch "Asphaltwüste" genannt.

Der Ortschaftsrat wünscht sich eine andere Lösung

Seine Idee stieß auf wenig Gegenliebe im Ortschaftsrat. Das Gremium erklärte sich lediglich einverstanden damit, die Idee zu prüfen und noch einmal zu beraten, wenn sie ausgearbeitet worden ist. „Ich tue mich mit der Variante extrem schwer“, sagte Ortsvorsteherin Andrea Hatam. Josef Fuchs sagte: „Wir von der CDU werden uns ganz klar dagegen aussprechen.“ Die Idee höre sich charmant an, sie bliebe dennoch Stückwerk. Ein Radwegekonzept müsse man großräumiger denken.

Der Variante 2b - Radfahrer frei auf dem Gehweg - stimme er nur mit „Faust in der Tasche“ zu. In früheren Diskussionen hatte Fuchs bereits kritisiert, dass im Zuge der Sanierung den Geh- und Radweg hätte verbreitern können. „Aber unser Wunsch wurde vom damaligen OB Thilo Rentschler niedergebügelt“, hatte Fuchs in einer früheren Sitzung gesagt. In der vergangenen Sitzung sagte er, Rentschler hätte ihn danach einmal zur Seite genommen und gebeten, Fuchs möge damit aufhören, falsche Informationen zu verbreiten. Fuchs beharrt aber darauf, dass es in seiner Erinnerung so gewesen ist. Albrecht Jenner (SPD) gefiel die Idee des Boulevards. „Davon haben wir lange geträumt.“ Daher sei der SPD die liebste Variante die Nummer 4, die auch eine Begrünung einschließt, aber diese Lösung sei teuer und schwer umzusetzen. Daher wolle sich die Fraktion vorläufig für Variante 2b aussprechen.

Nur die Grünen sind für die Einbahnstraßen-Idee

„Da muss ich widersprechen“, sagte Sigrun Huber-Ronecker (Grüne). „Die Variante 2b trägt null zur Verbesserung für Radfahrerinnen und Radfahrer bei. Sie sprach sich daher für die Einbahnstraßen-Idee des Oberbürgermeisters aus.

Franz Fetzer (Freie Wähler) sagte: „Da sehen wir das Problem, wenn man es nicht gleich richtig macht.“ Auch er fände eine Allee oder einen Boulevard so wie früher schön, sieht aber auch die Schwierigkeiten, das umzusetzen. Vielleicht irgendwann einmal, wenn man ohnehin wieder etwas an der Straße machen muss. „Es bleibt nur 2b“, schloss Fetzer.

Kommentare