Woha bald Gastronomie, Wohnen, Büros und Praxen

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Woha vom Franziskaner aus: Auf dem hinteren Teil sollen Wohnungen entstehen, vorne Dienstleistungen und Gastronomie. Foto: mil
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Besitzer hat bei der Stadt eine Bauanfrage für den vorderen Teil des Areals eingereicht.

Schwäbisch Gmünd. Nach etwa 14 Jahren Leerstand tut sich etwas: Für das Woha-Gebäude direkt am Marktplatz hat die Stadtverwaltung eine Bauanfrage erhalten. Dies sagte am Donnerstag Stadtsprecher Markus Herrmann auf GT-Anfrage. Die Stadt werde diese Anfrage so schnell wie möglich bearbeiten. Herrmann wiederholte deshalb seine Aussage vom Mittwoch, dass sich bei Woha noch in diesem Jahr etwas Konkretes tun werde.

Der Besitzer der Immobilie und Investor wird das etwa 3000 Quadratmeter große Areal im Herzen der Stadt in mehreren Abschnitten auf Vordermann bringen. Beginnen wird er in einem ersten Abschnitt mit den Gebäuden direkt am Marktplatz. Dienstleistungen, Gewerbe, Arztpraxen, Büroflächen und Gastronomie seien dort vorgesehen, sagte Herrmann. Wann der Besitzer mit dem zweiten Teil des Gebäudes in Richtung Franziskaner beginnen wird, sei offen. In diesem Teil seien Wohnungen vorgesehen. Während der vordere Teil saniert und modernisiert wird, wird der hintere Teil abgerissen, sagte der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Gerhard Hackner, auf GT-Anfrage. Um dieses zu entscheiden, hat die Stuttgarter Stadtentwicklungsgesellschaft STEG eine Gebäudeanalyse erstellt. Das Woha-Areal ist seit Oktober 2022 Sanierungsgebiet. Auf der Basis hat die Stadt im November Fördermittel beim Land beantragt. Bewilligt sind diese noch nicht.

Das Woha-Kaufhaus ist im Jahr 1932 in Gmünd von den Kaufleuten Carl Drexel und Carl Kißling als „Wohlfeile Handelsgesellschaft“ gegründet worden. Das Kaufhaus war zunächst am Marktplatz 32, ab 1936 am Marktplatz 6. Die „Wohlfeile Handelsgesellschaft“ bot damals eine neue Handelsform. Sie gehörte zum „Kaufring“, Europas größtem Einkaufsverbund selbstständiger Kaufhäuser, und konnte so etwa 4000 verschiedene Artikel für die Kunden greifbar in kleineren und größeren Mengen anbieten. 2007 feierten die Unternehmerfamilien Kißling und Marquardt das 75-jährige Bestehen des Kaufhauses. Ein Jahr später, 2008, meldete Jürgen Marquardt Insolvenz an. Als Gründe nannte Marquardt damals, dass das über mehrere Häuser und Stockwerke verteilte Kaufhaus „baulich unwirtschaftlich“ sei. Auch fehlten für bessere Erreichbarkeit Parkplätze und Bushaltestellen.

Die GT wollte am Donnerstag auch den Besitzer selbst zu seinem Vorhaben zu Wort kommen lassen. Die Anfrage jedoch blieb bislang unbeantwortet.

„Da ist jetzt richtig Zug drin“, sagte Hackner zu dieser aktuellen Entwicklung. Der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung betonte dabei einmal mehr die Bedeutung dieses Areals für die Innenstadtentwicklung nach der Pandemie. Michael Länge

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