Stellenauf- statt Abbau

Jobmotor in düsteren Zeiten: Würth will Belegschaft weiter aufstocken – trotz „Nachlassen der Wirtschaft“ 

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Schraubengingant Würth spürt die Probleme der Weltwirtschaft, bleibt jedoch weiterhin positiv. Auch die Belegschaft soll weiter aufgestockt werden.

Künzelsau - Das Familienunternehmen Würth mit Stammsitz in Künzelsau (Hohenlohekreis) ist das weltweit größte Unternehmen für Befestigungstechnik und beschäftigt über 87.000 Mitarbeiter. Diese können auch von einem ordentlichen Gehalt bei Würth profitieren und auch von Bonuszahlungen, wie beispielsweise einer Corona-Prämie im Jahr 2021. Angesichts der aktuellen weltwirtschaftlichen Probleme spürt zwar auch der Schraubengigant aus Baden-Württemberg die Folgen, konnte im ersten Halbjahr 2023 dennoch weiter wachsen. Auch als Arbeitgeber will Würth weiterhin ein Jobmotor für die Region bleiben.

Die Würth-Gruppe wurde bereits im Jahr 1945 gegründet und seit 1954 von Reinhold Würth zum Weltkonzern ausgebaut. Jedoch muss auch das erfolgreiche Familienunternehmen mit der Zeit gehen und kündigte an, bis 2030 drei Viertel der Arbeit in der Logistik von Robotern durchführen lassen zu wollen. Von einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen ist bei Würth allerdings nichts zu bemerken, im Gegenteil, der Konzern hat im ersten Halbjahr laut einer Mitteilung 1.409 neue Mitarbeiter eingestellt und will diese Zahl bis Jahresende noch weiter erhöhen.

Würth-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2023 1.409 Mitarbeiter eingestellt und will weiter wachsen

Wie die Würth-Gruppe am 17. Juli in einer Pressemitteilung verkündete, konnte der Konzern trotz des herausfordernden Marktumfeldes weiter wachsen, wenn auch deutlich langsamer als in den Vorjahren. „Wir spüren das Nachlassen der Wirtschaft im ersten Halbjahr 2023: Nach zwei Jahren mit Rekordmarken in Umsatz und Betriebsergebnis zeigt sich jetzt die konjunkturelle Abkühlung“, fasst Würth-Chef Robert Friedmann zusammen. Obwohl sich die Lieferkettenprobleme nach drei Jahren Corona-Pandemie inzwischen wieder entspannen, sind die Kreditzinsen weiter auf hohem Niveau. Das wiederum hemmt die Nachfrage in der Bauindustrie, zudem wirken sich auch die schwelenden Konflikte in China und Taiwan auf den Standort Deutschland aus.

Name Würth-Gruppe
Gründung 1945
Hauptsitz Künzelsau, Baden-Württemberg
Tätigkeitsbereiche\tBefestigungsmaterial, Elektronik, Software, etc.
Anzahl GesellschaftenÜber 400
LänderpräsenzÜber 80 Länder
Mitarbeiteranzahl87.046 (Stand: 17. Juli 2023)
Umsatz19,9 Milliarden Euro (2022)
EigentümerFamilienhand (Reinhold Würth)
Leitung Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung

Trotzt der globalen Herausforderungen konnte die Würth-Gruppe den Umsatz im ersten Halbjahr 2023 um 5,9 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro steigern. „Vor diesem Hintergrund sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden“, betont Friedmann. Auch im Personalbereich konnte der Schrauben-Konzern aus Baden-Württemberg, im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, die aufgrund der weltwirtschaftlichen Herausforderungen eher Personal abbauen, die Mitarbeiterzahl um 1.409 auf inzwischen 87.046 Angestellte weltweit erhöhen. Die Zahl soll laut dem Würth-Chef bis Jahresende auf 3.000 neue Mitarbeiter im Gesamtjahr 2023 erhöht werden.

Soziales Engagement und wirtschaftlicher Erfolg: Würth blickt verhalten positiv ins zweite Halbjahr

Als eines der größten Familienunternehmen in Baden-Württemberg steht bei Würth neben dem wirtschaftlichen Wachstum auch das soziale Engagement im Vordergrund. „Als Familienunternehmen verstehen wir es als unsere Pflicht, wo immer möglich, zu unterstützen“, sagt Würth-Chef Friedmann. „Wir möchten im Verständnis der Familie Würth der Verpflichtung des Eigentums auch nachkommen.“ So waren beispielsweise 100 Mitarbeiter von Würth freiwillig bei den Special Olympics World Games 2023 in Berlin im Einsatz und halfen bei Wettbewerben wie Fußball, Futsal und Beachvolleyball mit. Würth war zudem als Presenting Partner an der Sportveranstaltung beteiligt.

Die Würth-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2023 über 1.400 neue Mitarbeiter eingestellt, trotz eines „Nachlassens der Wirtschaft“.

Für die zweite Jahreshälfte 2023 zeigt sich die Würth Gruppe vorsichtig zuversichtlich. Neben der weiteren Steigerung der Mitarbeiterzahl will das Familienunternehmen auch wirtschaftlich weiter wachsen. „Positiv ist, dass sich die Transportmärkte deutlich erholt haben und auch die Corona-Pandemie hat an Präsenz verloren“, erklärt Friedmann. „Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Lieferketten wieder deutlich stabilisiert haben und dadurch die Verfügbarkeit annähernd das Vorkrisenniveau erreicht hat.“ Problematisch seien jedoch weiterhin die Beschaffungspreise, die sich deutlich über Vorkrisenniveau bewegen. Sofern sich die Lage nicht drastisch verschlechtert, rechnet Würth jedoch mit einem mittleren, einstelligen Umsatzwachstum.

Rubriklistenbild: © Scanner GmbH/Würth-Gruppe

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