Besondere Exemplare

Diese drei Tierarten aus Baden-Württemberg sind weltweit einzigartig

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Kommt eine Tierart nur in einer bestimmten Region vor, spricht man von einem Endemit. Dazu zählen auch diese drei Exemplare aus Baden-Württemberg.

Stuttgart - Die Tierwelt in Baden-Württemberg weiß immer wieder zu überraschen. So gehört beispielsweise zu den acht gefährlichsten Tierarten des Ländles ein Exemplar, das Bill Gates bereits als das „tödlichste Tier der Welt“ bezeichnete. Vor den Lebewesen in dieser Liste braucht man sich dagegen nicht zu fürchten, auch wenn zumindest eines von ihnen sicherlich dem ein oder anderen Wanderer schon einen gehörigen Schrecken eingejagt hat.

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Badischer Riesenregenwurm

Der Badische Riesenregenwurm (Lumbricus badensis) wurde 1906 erstmals wissenschaftlich beschrieben. Weltweit ist er nur im Gebiet zwischen den beiden Bergen Feldberg und Belchen, die zu den höchsten in Baden-Württemberg gehören, sowie dem Wiesental zu finden. Beim Anblick dieses Prachtexemplars dürften sich viele Nachbarn der Region wünschen, dass das auch so bleibt. Mit einer Länge von bis zu 60 Zentimetern und 25-35 Gramm Gewicht ist der Endemit nämlich auch im europäischen Vergleich ein echter Riese. Am Belchen haben ihm die Menschen jedenfalls ein würdiges Denkmal gesetzt: Dort gibt es einen Riesenregenwurm-Erlebnispfad! Hier können Kinder ab etwa drei Jahren die Geschichte eines solchen Wurms, namens Rudi-Regina, nacherleben, der auf der Suche nach seinem Freund Rolf-Rosemarie ist.

Den Fang sollte sich auch der frühe Vogel gut überlegen: Der Badische Riesenregenwurm gehört zu den größten seiner Art.

Badische Quellschnecke

Es scheint irgendwas im Wasser zu sein in Baden, denn auch dieses Tier aus der Region ist weltweit einzigartig. In diesem Fall handelt es sich um die Badische Quellschnecke, die nur etwa zwei Millimeter groß ist und meist in Quellen mit kaltem, klarem Süßwasser lebt. Ihre bloße Existenz im Südwesten Baden-Württembergs zeugt von der hohen Wasserqualität im Südschwarzwald. Die kleinen Tierchen sind nämlich besonders empfindlich gegenüber Verunreinigungen ihrer Lebensräume, die beispielsweise durch Nitrat aus der Landwirtschaft oder den Feinstaub des Straßenverkehrs verursacht werden. Mit einer Größe von gerade einmal zwei Millimetern dürfte das Tierchen in schwäbischen Maßstäben unter „Muggaseggele“ laufen – auch wenn es zwischen Sprachverständnis und wissenschaftlicher Realität mitunter eine gewisse Diskrepanz gibt.

Die 8 gefährlichsten Tiere in Baden-Württemberg

Zecke
Die Zecke ist Experten zufolge das gefährlichste Tier Deutschlands. Der Blutsauger verursacht hierzulande so viele Krankheitsfälle wie kein anderes Tier. Er lebt auch im Südwesten. © Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild
Eine Kreuzotter
Das Gift der Kreuzotter ist dreimal so giftig wie das der Klapperschlange. Ein Biss ist aufgrund ihres seltenen Vorkommens in Baden-Württemberg zwar unwahrscheinlich, kann jedoch schwere Symptome auslösen. © Sammer dpa
Wildscheine
Wildschweine sind eigentlich friedliche Tiere. Wenn sie sich bedroht fühlen, können sie allerdings zu einer ernsthaften Gefahr für Menschen werden - etwa, wenn eine Wildschweinmutter ihre Jungen beschützt. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Sieht putzig aus, kann aber sehr gefährlich werden: eine Spitzmaus, Überträgerin des meist tödlichen Borna-Virus.
Sieht putzig aus, kann aber sehr gefährlich werden: Die Spitzmaus überträgt das meist tödliche Borna-Virus. © Frank Rumpenhorst/dpa
Asiatische Tigermücke
In den vergangenen Jahren konnte sich die Asiatische Tigermücke - ein möglicher Überträger von tropischen Krankheitserregern - weiter in Baden-Württemberg ausbreiten. © IMAGO/H. Schmidbauer
Einige Spinnen in Deutschland sind giftig, aber nicht gefährlich
Der Ammen-Dornfinger hat sich mittlerweile in Baden-Württemberg ausgebreitet. Die Spinne zählt zu den giftigsten Tieren Deutschlands und kann mit ihren Beißwerkzeugen menschliche Haut durchdringen. © dpa/Patrick Pleul
Hornisse
Hornissen, Wespen und Bienen sind nicht zu unterschätzen: Zwar sind allergische Reaktionen durch einen Stich selten, können aber für Menschen sehr gefährlich sein.  © Patrick Pleul/dpa
Die giftige Aspisviper ist die seltenste Schlange in Deutschland.
Die giftige Aspisviper ist noch gefährlicher als die Kreuzotter. In Baden-Württemberg kommt sie lediglich im Südschwarzwald vor. Ihr Biss kann Blutungen auslösen und das Gewebe zerstören. Allerdings gilt auch sie als scheu. © Felix Reimann/Wikipedia

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Präger Dammläufer

Es war eine kleine Sensation, als 2004 bei Todtnau-Präg im Südschwarzwald eine völlig neue, bisher unbekannte Käferart entdeckt wurde. Der Präger Dammläufer lebt seit der letzten Eiszeit von seinen Artgenossen getrennt, die bis heute noch in den Alpen zu finden sind, und entwickelte sich so zu einer eigenen Art. Mit den zwei anderen baden-württembergischen Unikaten in dieser Liste gehört er damit zu einer der ganz wenigen Arten, die in Deutschland endemisch vorkommen. Tierfreunde, die es eher mit streichelbaren Tieren halten, könnten sich diesem Hundewelpen annehmen, dem eine liebevolle Familie fehlt.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa | Patrick Seeger

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