Zwei weitere Bahnhalte an der Remsbahn - Aalen-West gilt als gesetzt, Essingen ist vom Tisch

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Im Bereich der Stadtgärtnerei und des Vita Sports soll der Bahnhalt West entstehen.

Fahrgastpotenziale liefern Entscheidungsgrundlage für zwei weitere Haltepunkte

Aalen. Im Ostalbkreis können an der Remsbahn zwei zusätzliche Haltepunkte entstehen – das Land moderiert und berät bei der Auswahl. Darüber informiert das Landratsamt in Abstimmung mit dem Verkehrsministerium in einer Pressemitteilung. Um mehr Fahrgäste für die Schiene zu gewinnen, ist die Einrichtung weiterer Stationen ein sehr wichtiger Baustein. So engagierte sich der Ostalbkreis, weitere Haltepunkte zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen zu untersuchen.

Folgende Halte wurden dabei in Betracht gezogen: Aalen West, Essingen, Hussenhofen, Schwäbisch Gmünd Ost.  Ein erstes Gutachten brachte zutage, dass mittelfristig mit Inbetriebnahme des S21-Fahrplans zwei zusätzliche Halte im Stundentakt bedient werden können. Zu einem späteren Zeitpunkt, nach Einführung moderner digitaler Signaltechnik, wäre unter Voraussetzung guter Pünktlichkeitswerte auch eine halbstündliche Bedienung dieser Halte als langfristige Perspektive denkbar, heißt es in der Mitteilung. Zur Priorisierung der Halte hat der Ostalbkreis auf Anregung des Landes eine Potenzialanalyse in Auftrag gegeben.

Hierbei schneidet Aalen West mit 854 Fahrgästen pro Tag am besten ab. Im Mittelfeld landen die Haltepunkte Schwäbisch Gmünd Ost und Hussenhofen mit jeweils über 720 bzw. 714 Fahrgästen pro Tag. 590 Fahrgäste pro Tag würden in Essingen ein- bzw. aussteigen. 

Aufgrund des Projektfortschrittes und des hohen Potenzials ist der Haltepunkt Aalen West als gesetzt zu betrachten, dieser befinde sich derzeit in der Planfeststellung, schreibt das Landratsamt. Bezüglich des möglichen weiteren Haltepunkts liege demnach nun der Ball zunächst bei der Stadt Schwäbisch Gmünd, sich für oder gegen einen solchen Halt zu entscheiden und gegebenenfalls eine Machbarkeitsstudie für Schwäbisch Gmünd Ost und Hussenhofen zu beauftragen.

Ministerialdirekter Berthold Frieß, der das bisherige Verfahren moderierend begleitete, lobte das Mitwirken aller Beteiligten: „Die zurückliegende Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den betroffenen Kommunen war sehr konstruktiv und lösungsorientiert. Umso mehr freut es mich, dass nun basierend auf der Potenzialuntersuchung belastbare Entscheidungen getroffen werden können. Die Remsbahn ist für die Menschen in der Region eine wichtige Verbindungsachse. Die möglichen zusätzlichen Haltepunkte haben das Potenzial, die Bedeutung des ÖPNVs innerhalb des Ostalbkreises noch weiter zu erhöhen.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat im Ostalbkreis, wird in der Pressemitteilung so zitiert: „Das Land Baden-Württemberg strebt vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele eine Verdopplung der Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 an. Hierfür bedarf es eines attraktiven Schienenverkehrsangebots. Der Ostalbkreis mit seinen derzeit 21 Bahnhalten bietet ideale Voraussetzungen, um die angestrebten Ziele bei der Mobilität zu erreichen. Durch zusätzliche Halte können zudem weitere Fahrgäste für den ÖPNV gewonnen werden. Die vorliegende Potenzialabschätzung zeigt den großen verkehrlichen Nutzen des geplanten Bahnhalts Aalen-West und eines potenziellen Bahnhalts Schwäbisch Gmünd-Ost auf. Ich bin dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und den Kommunen Aalen, Schwäbisch Gmünd und Essingen dankbar, dass auf Basis belastbarer Zahlen zum Fahrgastpotenzial ein gemeinsames Vorgehen vereinbart wurde. Wir bemühen uns in enger Abstimmung mit dem Land, durch die Einführung der digitalen Leit- und Sicherungstechnik, die Weiterentwicklung der Schienenverkehrsinfrastruktur und die Erarbeitung alternativer Angebots- und Fahrplankonzepte mittelfristig die Voraussetzung für die Realisierung weiterer aussichtsreicher Bahnhalte zu schaffen.“

Frederick Brütting, Oberbürgermeister in Aalen: „Die Potenzialanalyse hat glasklar gezeigt, dass der Bahnhalt Aalen-West folgerichtig Haltepunkt für die Remsbahn ist. Das unterstreicht unsere Bemühungen, die Bürgerinnen und Bürger in Aalen wieder besser an das Bahnnetz anzuschließen. Ich bedanke mich bei den Beteiligten für den konstruktiven Austausch und die gute Zusammenarbeit.“

Christian Baron, Erster Bürgermeister in Schwäbisch Gmünd: „In Schwäbisch Gmünd war uns immer klar, dass ein weiterer Bahnhalt im Osten hohes Potenzial hat. Durch die Analyse konnten diese Chancen nun belegt werden. Das freut und motiviert uns. Ein Umstieg auf ÖPNV kann nur gelingen, wenn dieser auch attraktiv ist. Dazu gehört eine gute Erreichbarkeit und bedarfsgerechte Haltepunkte. Für die Stadt heißt es nun, die beiden Optionen GD-Ost und Hussenhofen sorgfältig zu prüfen, um eine ideale Ergänzung für das bestehende Netz zu schaffen. Dazu gehören die Pendlerinteressen, aber auch die konkrete Realisierbarkeit. Und wir werden natürlich die zukünftigen Entwicklungspotentiale im Osten der Stadt in die Planung einbinden.“

Wolfgang Hofer, Bürgermeister in Essingen: „Es ist sehr bitter, dass aus einem Bahnhalt in Essingen auf absehbare Zeit nichts werden wird. Leider sprechen die Zahlen gegen Essingen, das muss ich so hinnehmen.“

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