Die Musikkapelle Reichersbeuern feierte mit zahlreichen Gästen ihr 100-jähriges Bestehen.
Reichersbeuern – Wer 100 Jahre alt wird, muss das natürlich gebührend feiern – so wie die Musikkapelle Reichersbeuern. Gleich an vier Tagen ging es in der zum Festsaal umfunktionierten Sporthalle hoch her. Nach der gut besuchten Auftaktveranstaltung mit den Wellbüdern (wir berichteten), folgte ein Weinfest perfekt umrahmt von den Stimmungsmachern der „Schwindligen 15“, ehe dann am Samstag die „Innsbrucker Böhmischen“ zahlreiche Gäste mit Blasmusik vom Feinsten unterhielten.
Höhepunkt war schließlich der Sonntag. Vorsorglich wurde schon am Abend zuvor wegen der Wetterprognosen entschieden, den Festgottesdienst nicht unter freiem Himmel abzuhalten, sondern in die Festhalle zu verlegen. Eine gute Entscheidung: Der von den Bergen grüßende Neuschnee sorgte doch für recht frische Temperaturen.
Äußerst feierlich wurde die Messe von der befreundeten Musikkapelle Oberbozen unter der Leitung des neuen Südtitoler Landeskapellmeisters Meinhard Windisch umrahmt. Und Pfarrer Ludwig Scheiel sorgte trotz angeschlagener Stimme mit seiner Predigt für viel Aufmerksamkeit unter den zahlreichen Gottesdienstbesuchern. „Lasst uns einen herrlichen Tag beginnen mit der Freude, dass Gott die Musik mit in die Schöpfung einbezogen hat“, forderte Scheiel auf und bezeichnete Musikgruppen als wichtige Gemeinschaften. „Und einer gibt den Takt an, sonst funktioniert es nicht. Bei der Musik ist es der Dirigent, im Leben sollte es Jesus Christus sein.“
Auf die Geschichte der Reichersbeurer Kapelle war Dirigent Markus Hochwind beim Festabend am Samstag eingegangen: „Wir und unsere Vorgänger haben einiges mitgemacht. Es gab viel Gaudi, aber auch turbulente Zeiten. Durch Kameradschaft und Zusammenhalt ging es immer weiter.“
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Nach der Messe am Sonntag bewegte sich der Festzug durchs Dorf. Angeführt von der Jubiläumskapelle folgten die Ortsvereine sowie benachbarte Kapellen aus Gaißach, Tölz, Waakirchen und Oberbozen. Nach dem Mittagessen gab es kurze Ansprachen durch Vorstand Hans Matheis und Bürgermeister Ernst Dieckmann. Und dann ging es auch schon zum gemütlichen Teil über. Matheis: „Wir wollten den Gästen zum Ausklang unserer Festtage die Möglichkeit eines gemütlichen Beisammenseins bieten. Schließlich ist in 100 Jahren einiges vorgefallen, und es gibt viele Erinnerungen auszutauschen.“ Davon wurde noch lange Gebrauch gemacht. Hans Demmel
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