Lucia Tepelmann wollte etwas tun für die Umwelt. Sie komponierte ein Lied, das auf die Bedeutung des Klimaschutzes hinweist. Am Mittwoch hatte das Lied Premiere im Videokanal YouTube.
Münsing – Die 14-jährige Münsingerin Lucia Tepelmann hat einen Song für die „Fridays-for-Future“-Bewegung und deren Gründerin Greta Thunberg (16) komponiert. Zusammen mit weiteren jungen Mitgliedern des Wolfratshauser Kinderchors und mit Hilfe von Erwachsenen aus der Film- und Musikbranche ist während der Sommerferien das Video „Fridays“ entstanden. Es erscheint an diesem Mittwoch offiziell auf Youtube.
In der Seegemeinde leben einige kreative junge Köpfe. Vor zwei Jahren erzielte der Clip „Sugar“, eine Coverversion des Hits von Robin Schulz, gesungen von einer Gruppe 11- bis 13-Jähriger und produziert von dem Ammerlander Vater Stefan Pfeil, Zehntausende von Klicks im Netz. Zwei Kinder-Kinofilme mit Münsinger Laiendarstellern sorgten ebenfalls für überregionales Interesse.
Nun also will Lucia mit ihrem Lied auf die Bedeutung des Klimaschutzes aufmerksam machen. In den sozialen Medien und in Zeitungen hat die Gymnasiastin von Beginn an alles über die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg verfolgt. Sie nimmt an „Fridays-for-Future“-Demonstrationen in München teil und spricht zu Hause und mit Freundinnen viel über das Thema. In den Sommerferien setzte sich die 14-Jährige ans Klavier und komponierte eine Melodie. Ihre Mutter, die Drehbuchautorin Annika Tepelmann, half ihr beim Text. Ein Auszug aus dem entstandenen Song: „Come on, girls, it’s friday, it’s time now to shout/come on boys, it’s friday, let’s sing it out loud/come on everybody, let’s get it done/we’re the crowd, we are loud and we’ve just begun.“
Ein Freund der Mutter, Andreas Puhani, der an der Musikhochschule lehrt, arrangierte das Stück für Solostimme, Chor und Klavierbegleitung. „Das hätte ich selbst nicht gekonnt“, gesteht die Neuntklässlerin. Sie zeigte das Werk daraufhin Yoshihisa Kinoshita vom Wolfratshauser Kinderchor, der Lucia bestärkte, etwas daraus zu machen und sie unterstützte. Innerhalb des Chors fand sich eine Gruppe von Sängerinnen und Sängern, die gemeinsam probten. Sie nennen sich „One Decision“.
Die Idee, ein Video zu drehen, geht auf Annika Tepelmann zurück. „Ich dachte anfangs an etwas Kleines, Unkompliziertes“, sagt die Mutter. Doch weil sie und Lucia so viele Menschen mit ihrer Begeisterung ansteckten, wurde ein richtig professioneller Film daraus. Tepelmanns Kollege Florian Fessl organisierte Kameraleute und mietete ein leer stehendes Schulhaus an der Münchner Infanteriestraße. Dort findet die erste Szene statt: Ein Mädchen mit Zöpfen (Amrei von Kracht) steht während des Unterrichts auf und ermuntert ihre Mitschüler, auf die Straße zu gehen und für den Klimaschutz zu kämpfen. Die Parallele zu Greta Thunberg ist offensichtlich. Lucia betont jedoch, dass es ihr nicht darum gehe, Gretas Leben nachzuspielen oder sie zu glorifizieren. „Ich möchte einfach Stimmung machen für die Bewegung“, sagt sie.
Eindrucksvoll gelingt das in einer weiteren Szene, in der Lucia und ihre zwei Freundinnen Anne Otterbach und Lillemor Pauli mit Kleidern im Starnberger See stehen, bis ihnen das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals reicht. Lucia singt dabei mit klarer Stimme die Solopartien.
„One Decision“ wird mit „Fridays“ erstmals bei der Großdemonstration am Freitag, 20. September, auf dem Münchner Königsplatz auftreten. Premiere des Videos ist bereits an diesem Mittwoch, 18. September, um 18.15 Uhr im Monopol-Kino in München. Danach wird der Film auf YouTube online gestellt und über Social-Media-Kanäle verbreitet. Tepelmann betont: „Das Video ist eine Non-Budget Produktion, für die alle ehrenamtlich gearbeitet haben, um die Klimaschutz-Bewegung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen.“ Sollte es ungeplant Geld einbringen, wolle man alles der „Fridays for Future“-Initiative spenden. Wer weiß, vielleicht schaut sich Lucias Vorbild Greta Thunberg den Clip ja auch einmal an und freut sich darüber.
Tanja Lühr
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Der WDR sorgte mit einem Klima-Song für einen echten Eklat: Den Lied-Text zu „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ und den WDR-Kinderchor-Auftritt im Video gibt es hier.
