VonAndreas Steppanschließen
173 Kerzen erleuchteten am Sonntagabend die Tölzer Marktstraße. Sie symbolisierten am Volkstrauertag die 173 Tölzer Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs, der vor 100 Jahren endete.
Bad Tölz – Eingeladen hatte Florian Völler als Kreisbeauftragter des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen mit der Stadt. Auch der Tölzer Veteranen- und Militärstammverein, die Stadtkapelle sowie Tölzer Montessorischüler beteiligten sich an der Gedenkveranstaltung, der insgesamt rund 100 Menschen beiwohnten.
„Gerade in Zeiten, in denen Feinde der Demokratie an Kraft gewinnen und Extremismus, Radikalismus, Fremdenhass und die Verrohung der Sprache im Umgang miteinander Einzug in unseren Alltag halten, ist dieses Zeichen für den Frieden wichtig“, sagte Bürgermeister Josef Janker. Das Gedenken galt allen Opfern von Krieg, Terror, Gewalt und Verfolgung.
Völler sprach auch die 361 toten und 91 vermissten Tölzer des Zweiten Weltkriegs an sowie die 3000 Flüchtlinge, die 2017 auf der Mittelmeerroute in den Fluten ertranken. „Und während viele Menschen sterben, wählen wir Populisten, die eben keine Alternative bieten, und lassen solche ,Volksvertreter‘ neben Neonazis auf unseren Straßen unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit Hass und Fremdenfeindlichkeit propagieren, Lügen verbreiten und anders Aussehende angreifen.“
