In den bayerischen Osterferien

Nächstes Verkehrschaos droht: Tiroler Dosierampel startet in die zweite Phase

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    Tanja Brinkmann
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Die Dosierampel am Achensee hatte zuletzt für ein Verkehrschaos gesorgt. Die zweite Phase startet genau an den bayerischen Osterferien.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach/Garmisch-Partenkirchen – Verkehrschaos ist man in den Landkreisen südlich von München an ausflugsstarken Wochenenden gewohnt. An den vergangenen beiden Samstagen war es noch extremer. Zum einen kam der Ferienreiseverkehr dazu, zum anderen die probeweise Dosierampel auf der Achenseestraße.

„Die Dosierampel hat zweckgemäß funktioniert“: Tirol hält an Verkehrskonzept fest

Die erste Zwischenbilanz der Ampel zeigt laut dem Schwazer Bezirkshauptmann Michael Brandl: Es war ein Härtetest, und es gibt Verbesserungspotenzial. Man habe bewusst diese verkehrsintensiven Tage gewählt. „Dass sich Staus bilden, war unabhängig des Pilotprojektes, vorhersehbar. Nach einer ersten Betrachtung der ausgewerteten Verkehrsdaten zeigt sich jedoch: Die Dosierampel hat zweckgemäß funktioniert und hat den Verkehr über den Großteil der beiden Tage hinweg gut reguliert“, wird Brandl in einer Pressemitteilung zitiert.

Verkehrschaos ist man in den Landkreisen südlich von München an ausflugsstarken Wochenenden gewohnt. Auf der Achenseestraße kam probeweise eine Dosierampel zum Einsatz (Symbolbild).

Nun müsse aber noch an Stellschrauben gedreht werden, um die Dosierung zu optimieren. Gemeinsam mit den Experten müssten die Daten nun gesichtet werden, um entsprechende Anpassungen für die nächsten beiden Test-Tage am 23. und 30. März vornehmen zu können. So wird geprüft, ob die Ampel einen anderen Standort bekommen soll, und die Zeitdauer der Rot- und Grünphasen wird angepasst.

Zweite Phase startet in den Osterferien

„Ein endgültiges Resümee kann allerdings erst infolge aller vier Pilottage gezogen werden. Dann können wir auch über die weitere Vorgehensweise, wie beispielsweise eine langfristige Umsetzung, entscheiden“, wird Brandl weiter zitiert. Das Projekt wird in enger Abstimmung mit den bayerischen Nachbarn in Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach durchgeführt. Schon seit Längerem wurde über eine Reduktion des Ausweichverkehrs diskutiert – die Ampel ist ein erster Schritt.

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Die zweite Phase der Dosierampel startet genau in den bayerischen Osterferien. Nachdem Verkehrsexperten dann ein ähnliches Verkehrschaos erwarten, lud der Garmischer Landrat Anton Speer (Freie Wähler) jetzt auf Initiative von Mittenwalds Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) zum Krisengespräch ins Landratsamt Garmisch-Partenkirchen ein.

Den betroffenen Kommunen soll geholfen werden

Anwesend waren auch Landrat Josef Niedermaier (Bad Tölz-Wolfratshausen), Bezirkshauptmann Michael Kirchmair (Innsbruck-Land), Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) und weitere Rathaus-Chefs – auch aus dem Bereich des Seefelder Plateaus – sowie Vertreter der Garmischer Polizeiinspektion, Beamte aus Seefeld, der Landespolizeidirektion Tirol und Vertreter des Staatlichen Bauamts Weilheim.

Klar wurde bei diesem Termin schnell, wie sehr sich die deutsche von der österreichischen Rechtssprechung unterscheidet. Die Tiroler Nachbarn dürfen den Verkehr präventiv leiten und an bestimmten Stellen sogar ganz unterbinden. Ein Ding der Unmöglichkeit auf bayerischer Seite. Um den betroffenen Kommunen zu helfen und die Anwohner vor der massiven Verkehrslawine zu schützen, sollen nun die Regierung von Oberbayern, aber auch der Bund ins Boot geholt werden. Denn darüber waren sich dem Vernehmen nach alle Beteiligten einig: Nur eine überregionale Lösung, die von allen Seiten mitgetragen wird, kann dieses Problem beheben. (tab/mel)

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