Abfüllanlagen liefen am Wochenende auf Hochtouren

„Stell dir vor, wir müssten das von Hand machen“: 750 Tonnen Sand für den Landkreis Freising abgefüllt

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Oben rein, unten raus: Mit dem Bagger wird der Sand in die Abfüllanlage geschüttet. An den Ausgängen können sieben Säcke gleichzeitig befüllt werden. Die Einsatzkräfte arbeiten im Akkord.
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Sie kamen am Wochenende kaum zur Ruhe: Das THW war nahezu pausenlos damit beschäftigt, Sandsäcke zu befüllen, um den Wassermassen entgegenzuwirken.

Freising – „Langsam mag ich keinen Sand mehr sehen.“ Das war am Montag die einhellige Meinung der Einsatzkräfte auf dem Lagerplatz des städtischen Bauhofs in Tuching. Dort sind seit Samstagvormittag zahlreiche Kräfte im Einsatz, um Sandsäcke zu befüllen.

Am Wochenende liefen die Anlagen Tag und Nacht

Am Wochenende seien die beiden Sandsackabfüllanlagen Tag und Nacht gelaufen, berichtete Andreas Binner, Gruppenführer des THW Freising am Montag vor Ort. Dort liefen am Wochenende Tag und Nacht zwei Sandsackabfüllanlagen. Eine davon gehört dem Landkreis, sie wurde infolge der Hochwasserkatastrophe 2013 angeschafft, die andere ist Eigentum einer Gemeinde. Etwa 30.000 Säcke, jeder gefüllt mit rund 20 Kilo Sand, wurden so produziert. Insgesamt wurden im Landkreis 750 Tonnen Sand in rund 200.000 Säcke abgefüllt, um der Wassermassen damit Herr zu werden. Dazu kommen überdies die Säcke, die die Kommunen selbst beschafft haben. Dafür waren alle Mittel recht: In Au/Hallertau wurde beispielsweise das Beachvolleyballfeld ausgeschaufelt.

„So eine große Lage zu koordinieren, ist immer aufwendig“, sagt Binner. Aber das THW habe im Laufe der Jahre Erfahrungen gesammelt, die den Kräften nun zugutekommen. Das Hochwasser 2016 in Simbach am Inn, die Flut im Ahrtal 2021 oder die Überflutungen in Slowenien 2023: Überall dort leistete das THW Hilfe. Nun ist man, wie auch Pfingsten 1999, wieder zu Hause gefragt – jedoch in weit größerem Ausmaß.

Abfüllen im Akkord: Andauernd 40 Kräfte im Einsatz

„Die Abfüllanlagen sind jetzt Gold wert“, sagt Binner. Ein Kollege ergänzt: „Stell dir mal vor, wir müssten das von Hand machen.“ Die Arbeit ging den Einsatzkräften ohnehin nicht aus: Bis Montagfrüh waren andauernd an die 40 Feuerwehrmänner und -frauen aus dem ganzen Landkreis an den zwei Anlagen im Einsatz – im Akkord, Nachtschicht inklusive. „Jede hat sieben Ausgänge, an jedem Auslass stehen fünf, sechs Personen, die den Sack aufhalten, Sand einlassen, den Sack zubinden und weiterreichen“, erklärt Binner das Prozedere. Gesammelt werden die Säcke in Lkw-Mulden, jede fasst an die 700 Stück. Die Mulden werden dann mit Lkws von BRK, Feuerwehr, THW, aber auch privaten Firmen abgeholt und verteilt.

Am Montagvormittag schien die meiste Arbeit der Sandsack-Befüller getan zu sein, denn die Pegel gingen langsam zurück. Die Kräfte seien jedoch jederzeit erneut bereit für einen Arbeitseinsatz, so Binner.

Der Live-Ticker des Freisinger Tagblatt bietet laufend aktuelle Informationen zu den weiteren Entwicklungen des Hochwassers.

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