Pläne für die Stadt

München forstet auf: 52 Millionen Euro für 3500 Bäume - „Geld gut investiert“

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Die Stadt will in den nächsten Jahren 3500 neue Bäume pflanzen. Das soll 52 Millionen Euro kosten. Der CSU ist das zu teuer.

München - In München sollen in den nächsten Jahren 3500 neue Bäume gepflanzt werden. Das schlägt die Verwaltung vor. Der Bauausschuss beschäftigt sich voraussichtlich nächste Woche mit einer entsprechenden Vorlage, die unserer Redaktion bereits vorliegt. Demnach sollen 52 Millionen Euro ausgegeben werden! München forstet auf.

Der Baum-Plan für München: Bezirksausschüsse hatten 1300 Vorschläge für neue Baumpflanzungen eingebracht

Das Baureferat hatte im Oktober 2020 alle 25 Bezirksausschüsse gebeten, Vorschläge für neue Baumstandorte im öffentlichen Raum zu machen. Bis Mai 2021 lagen rund 1300 Ideen vor. Das Referat ließ sodann eine Machbarkeitsstudie erstellen, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Bei der Gestaltung der Oberfläche am Thomas-Wimmer-Ring sind schon neue Bäume gepflanzt worden.

Demnach können auf öffentlichen Grünanlagen circa 1300 Bäume gepflanzt werden, auf Straßenbegleitgrün ohne weitere bauliche Veränderungen 700. Ebenfalls 1570 Bäume könnten zudem auf bisher asphaltiertem oder gepflastertem Grund entstehen - also beispielsweise auf Parkplätzen. 150 Bäume hat das Referat bereits an einfach zu realisierenden Standorten in Grünanlagen eingesetzt.

3500 Bäume für München: Grünen-Chefin Mona Fuchs sagt, sie sei überzeugt, dass das Geld gut investiert ist

Aus Sicht von Grünen-Chefin Mona Fuchs hat eine Investition - auch in dieser Größenordnung - durchaus Sinn. „Alle sind sich einig, dass wir unsere Städte an den Klimawandel anpassen und gegen die steigende Hitze für mehr Kühlung, Schatten und Erholungsmöglichkeiten sorgen müssen.“

Wolle man Hitzeinseln vermeiden, sei es nötig, gerade in hochversiegelten Gebieten viele Bäume zu pflanzen. „Entsiegelung und, wie es an etlichen Stellen notwendig wird, die Verlegung unterirdischer Leitungen und Kanäle, um Platz für die Wurzeln der Bäume zu schaffen - sind jedoch mit einem erheblichen personellen und finanziellen Mehraufwand verbunden. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Geld gut investiert ist, um unsere Städte lebenswert zu erhalten.“

Ähnlich argumentiert SPD-Stadtrat Andreas Schuster: „Bäume sind für das Stadtklima von enormer Bedeutung: Sie kühlen und befeuchten die Luft wie eine natürliche Klimaanlage. Sie sind ein wichtiger Luftfilter, stellen einen Lebensraum dar und fördern die Artenvielfalt.“ Der Prozess mit den Bezirksausschüssen zeige, dass die Münchner mehr Bäumen in ihrer Umgebung wollten. „Dies gehen wir nun gerne aktiv an.“

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52 Millionen Euro für 3500 Bäume - CSU-Stadtrat Alexander Reissl kritisiert: „Hausnummer, die man hinterfragen muss“

Auch CSU-Stadtrat Alexander Reissl hält es grundsätzlich für eine gute Idee, neue Bäume zu pflanzen. Allein die hohe Investitionssumme schrecke ab. „Man muss Kosten und Nutzen abwägen. 25 000 Euro oder mehr für einen einzelnen Baum ist eine Hausnummer, die man hinterfragen muss. Wir sollten auch angesichts der derzeitigen Finanzlage zunächst die kostengünstigen Standorte priorisieren.“ Zudem seien 3500 neue Bäume auf ganz München verteilt auch nicht der große Wurf. Die Stadt habe schließlich schon mehr als eine Million Bäume auf öffentlichen Flächen und an Straßen.

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