Trotz geplatztem Kehraus

3500 Narren feiern beim Mammendorfer Gaudiwurm

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Ganz entspannt: Drei Faschingsnarren bei dem Umzug in Mammendorf.
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Den Kehraus hat Sturmtief Bennet den Mammendorfern ordentlich verhagelt, umso ausgelassener feierten etwa 3500 Besucher beim Faschingsumzug. Ganz hoch im Kurs standen dabei Witze und Spott über das Bienen-Begehren.

Mammendorf – Zum Abschluss einer langen närrischen Saison lockte der traditionelle Gaudiwurm diesmal mit 3500 Besuchern etwas weniger als im vergangenen Jahr an. Diesen wurde aber ein genauso quirliges Spektakel geboten: 15 Festwagen und zehn Fußgruppen bahnten sich ihren Weg durch die Augsburger- und Bahnhofstraße. Keine Überraschung stellte das Thema „Rettet die Bienen“ dar. Der ortsansässige Trachtenverein D‘Moasawinkler fragte in die Runde: „Und was retten wir als nächstes?“. Folgende süffisante Vorschläge waren nachzulesen: das Bayernland und seinen Dialekt, den Diesel, das Bier, unsere Bauern oder gar das Abendland? Und die Fußgruppe des örtlichen Burschenvereins witzelte: „Plakatdiebstahl stoppt das Artensterben nicht.“

3500 Besucher waren nach Mammendorf gekommen. Große und kleine kostümierte Narren schauten die Wagen und Fußgruppen an.

„Die Staderer unterschreiben und die Bauern müssen leiden“ kritisierte außerdem der Burschenverein Hattenhofen das Volksbegehren. Sie spotteten: „Auf den Honig und das Tier, am liebsten ist uns aber das Bier!“ Und mit dem Slogan „Gedankenwandel statt Unterschriftenhandel“ widmete sich zudem der Burschenverein Adelshofen der aktuellen Artenschutz-Initiative.

Ohne die Bienen ging nichts: Hier der Burschenverein Hattenhofen mit seinem Wagen.

Allerdings gab es auch noch andere Themen beim Gaudiwurm: das Problem mit dem Heiraten etwa. „Im Rathaus ist es jetzt zu laut, deshalb wird in Bruck getraut“, beschwerte sich die Freiwillige Feuerwehr aus Mammendorf über den Baulärm beim VG-Anbau. Bürgermeister Josef Heckl sieht das allerdings recht pragmatisch: „Ich hab immer noch genug zu tun, so ist es nicht.“

Der Landjugend Puch und Biburg war der phänomenale Aufstieg des Florian Silbereisen vom einfachen

Lächelndes Blumenmädchen beim Umzug.

Fischer (Helene Fischer) zum Kapitän (Traumschiff) ein Motivwagen wert. Aus Harry Potters „phantastische Tierwesen“ machte die Landjugend Luttenwang kurzerhand „phantastische Bierwesen“ und der Burschenverein Dünzelbach freute sich über das Ende des Kohleabbaus, da für sie ein Schaufelbagger abfiel, mit dem sie sich in den Umzug einreihen konnten. Und Etti‘s Bayern Stüberl aus Hattenhofen nahm diesmal die Spritpreise aufs Korn: „Treibstoffausbeuter Shell, Aral & Co, wir tanken lieber Rum!“

Viel Beifall erhielt die Fußgruppe „Alfinnetaweta“ aus Mammendorf, die mit einem „Yellow Submarine“ an die legendären Beatles erinnerten. Nachdem auch der Gegenzug durch war, war das Faschingsvergnügen der Gemeinde und Vereine in Mammendorf offiziell beendet. Verzichten mussten die Faschingswütigen heuer allerdings auf die Kehrausparty danach. Der Sturm Bennet hatte das Partyzelt des SV Mammendorf tags zuvor zerlegt und die Aftershowparty wurde daraufhin abgesagt.

„Viele ziehen sich halt noch in die Gaststätten in Mammendorf zurück und feiern dort weiter“, sagte Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Benjamin Miskowitsch. Auch heuer war er als Rettungssanitäter vor Ort. „Das haben sie auch in den vergangenen Jahren so gehandhabt. Das sind aber dann rein private Veranstaltungen.“

Die Prämierung

Je einen Wanderpokal erhielten: Feuerwehr Mammendorf (einheimischer Motivwagen) und Burschenverein Dünzelbach (auswärtiger Motivwagen). Gemeinsame Wertung (einheimische und auswärtige) bei den Fußgruppen: Burschenverein Mammendorf.

Dieter Metzler

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