Wegmarke in der Fußgängerzone

450 Millionen Euro für den Oberpollinger? Nächster großer Immobilien-Deal in Bestlage bahnt sich an

  • schließen

Wechselt die nächste Münchner Vorzeige-Immobilie den Besitzer? Wie unsere Zeitung erfuhr, soll für den Oberpollinger in der Fußgängerzone ein Angebot auf dem Tisch liegen – über 450 Millionen Euro.

Kauf-Interessent für den Oberpollinger soll dem Vernehmen nach ein Geschäftsmann sein, der in der jüngeren Vergangenheit bereits bei einem größeren Immo-Deal in Top-Lage zum Zug gekommen war.

Gehört aktuell noch Pleite-Benko: der Oberpollinger in der Fußgängerzone.

Wird Oberpollinger bald verkauft? Gebäude gehört Pleite-Benke-Imperium

Das Gebäude, um das es jetzt geht, gehört der Signa Prime, ist also Teil des implodierten Benko-Imperiums. Der Geschäftsbetrieb im Haus, also der Oberpollinger selbst, ist Mieter und gehört zur KaDeWe-Gruppe. An diesem (mittlerweile insolventen) Unternehmen ist René Benkos Signa ebenfalls beteiligt, Mehrheitseigner ist mit 50,1 Prozent jedoch die Central Group des thailändischen Milliardärs Tos Chirathivat. Das Branchenmagazin „Capital“ hatte zuletzt spekuliert, die Central Group habe bewusst den Geldhahn der KaDeWe-Gruppe zugedreht, zu der neben dem Oberpollinger und dem namensgebenden Kaufhaus in Berlin (KaDeWe) auch das Alsterhaus in Hamburg gehört. Ziel solle es sein, den Preis zu drücken.

Mieten im Luxus-Kaufhaus sind enorm

Laut „Capital“ könnte die Central Group sogar darauf aus sein, die Immobilien in Berlin, München und Hamburg günstig zu kaufen – bisher gehört ihr nur ein Teil des Hauses in Berlin. Zuletzt war bekannt geworden, dass die Mieten des Luxus-Kaufhauses enorm hoch sind. Im Geschäftsjahr 2021 hatte Oberpollinger insgesamt 25,902 Millionen Euro zahlen müssen, das entspricht einer Miete von fast 2,16 Millionen Euro pro Monat. Die Mieten sind für den Einzelhandel zwar auch andernorts ein Problem, im Fall des Oberpollinger machen sie aber einen besonders hohen Teil des Umsatzes aus. Tatsächlich hieß es von der KaDeWe-Gruppe schon Ende Januar, die hohen Mieten seien „maßgeblich für die wirtschaftliche Schieflage verantwortlich“. Die Mieten sollen per Index-Vertrag festgelegt worden sein – mit diesen soll die Signa den Wert der Immobilie über Jahre hinweg gesteigert haben.

Durch die Signa-Insolvenz ist Bewegung in den Münchner Immobilienmarkt gekommen. Wie berichtet, hatte jüngst das Kaut-Bullinger-Haus an der Rosenstraße den Besitzer gewechselt. Benko hatte das Traditionshaus erst 2020 erworben. Auch das Hertie-Haus am Hauptbahnhof könnte bald neue Besitzer haben. Wie berichtet, ist am Wochenende die Frist zur Abgabe von Geboten abgelaufen. Die Alte Akademie in der Fußgängerzone – derzeit eine Baustelle – dürfte ebenfalls ein begehrtes Objekt sein. (mm)

Regelmäßig, kostenfrei und immer aktuell: Wir stellen Ihnen alle News und Geschichten aus München zusammen und liefern sie Ihnen frei Haus per Mail in unserem brandneuen München-Newsletter. Melden Sie sich sofort an!

Rubriklistenbild: © dpa/Schlaf

Kommentare