- VonRegina Mittermeierschließen
Die Gewerkschaft Verdi ruft zu Warnstreiks auf. Betroffen sind Bayerns Unikliniken und auch Münchens öffentlicher Nahverkehr. Die MVG hat einen Notplan.
München – Wer Bus, Straßen- und U-Bahn nutzt, muss sich demnächst Alternativen suchen. Denn die Gewerkschaft Verdi wird die Beschäftigten im Nahverkehr in München und Bayern wohl bald zu Warnstreiks aufrufen. Es geht um den Tarifvertrag der Länder.
Verdi erwartet „im Raum München eine sehr hohe Streikbeteiligung“
Zunächst gibt es bundesweite Warnstreiks im Gesundheitswesen. Noch bis Mittwoch, 28. Januar 2026, legen Beschäftigte an allen sechs bayerischen Universitätskliniken die Arbeit nieder – in München (LMU- und TUM-Klinikum) am Dienstag (27. Januar 2026) und Mittwoch (28. Januar 2026). Zudem sind Augsburg, Erlangen, Regensburg und Würzburg betroffen. Der Vorwurf: Beschäftigte der Universitätskliniken würden schlechter bezahlt als in kommunalen Krankenhäusern. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent beziehungsweise mindestens 300 Euro mehr Gehalt für die 860.000 Beschäftigten.
„Sowohl bei den Kliniken als auch beim Nahverkehr erwarten wir im Raum München und Umland eine sehr hohe Streikbeteiligung“, so ein Verdi-Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion. Demnach sei die Notfall-Versorgung an den Unikliniken gesichert. Es könne – und werde – aber „zu Verschiebungen planbarer Eingriffe und Termine kommen“.
Nahverkehr in München: Fokus auf U3, U6, Tram 20 und 25
Ein Sprecher der Stadtwerke (SWM), zu denen die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gehört, sagt: Es wird ein Notprogramm geben. Bei den U-Bahn-Linien 3 und 6 soll ein Zehn-Minuten-Takt gewährleistet werden. Wichtig seien zudem die Trams 20 und 25, sie sollen alle 20 Minuten pendeln. Die U-Bahn werde wohl stark eingeschränkt sein, schätzt er. Durch die vielen Firmen, mit denen die MVG beim Busverkehr zusammenarbeitet, seien die Einschränkungen für Bus-Pendler wohl am geringsten, so der SWM-Sprecher.
Wann genau sich Pendler auf Behinderungen einstellen müssen, verrät Verdi nicht. Man informiere darüber aber „rechtzeitig, um die Gesellschaft bestmöglich vorzubereiten“. Vom 11. bis 13. Februar 2026 wird weiter vehandelt. Verdi fordert ein Gehalts-Plus von 668,75 Euro und die Senkung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 35 Stunden. Dazu soll der Zuschlag für Sonntagsarbeit künftig 30 Prozent betragen. Laut Kommunalem Arbeitgeberverband Bayern sind die Forderungen realitätsfern.
