Ski-Weltcup 2024

Zu harte Piste, zu wenig Schnee: Garmisch sagt Damen-Weltcup ab

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Nach den erfolgreichen Herren-Rennen auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen fällt nun der Damen-Weltcup flach: Für neuen Schnee ist es zu warm.

Garmisch-Partenkirchen – Die Botschaft macht OK-Chefin Martina Betz traurig: Kurz nach den erfolgreichen Männer-Rennen auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen muss das Organisationskomitee des alpinen Weltcups die Damen-Wettbewerbe am kommenden Wochenende absagen.

Diese Entscheidung wurde am Montag-Vormittag (29. Januar) im Beisein von FIS-Renndirektor Alberto Senigagliesi und nach einer Besichtigung der Rennstrecke am Kreuzeck getroffen. „Das Wetter spielt nicht mit“, bedauert Betz. „Es wird zu warm, wir können keinen neuen Schnee produzieren.“ Den bräuchte es, um für eine Damen-Abfahrt die Sturzräume ausreichend mit Schnee zu belegen. Denn teilweise stehen die großen A-Netze auf brauner Wiese.

Eispiste Kandahar: Für die Damen sind die Bedingungen nach den umfangreichen Präparierungen für die Männer nun zu hart.

Hohe Temperaturen lassen Pisten-Präperierung nicht zu

Eine Option wäre es gewesen, zwei Super-G anstatt einer Abfahrt und eines Super-G zu fahren – theoretisch. Doch auch das klappt nicht. „Dafür ist die Piste nun zu anspruchsvoll.“ Hört sich kurios an. Doch, und das stellt Betz klar heraus: „Die Anforderungen an eine Herren- und eine Damen-Strecke sind sehr unterschiedlich.“ Das Team Kandahar habe in den vergangenen Wochen alles gegeben, um die Rennen der Männer am vergangenen Wochenende zu sichern.

Nun aber sei die Oberfläche zu hart und zu glatt, um die Damen ruhigen Gewissens auf die Piste zu schicken. „Dieses Risiko wollten die FIS und wir vom OK nicht eingehen.“ Bei der Präparierung gebe es enorme Unterschiede. „Um die Strecke aufzuweichen, hätten wir jetzt mit der Raupe reingehen müssen. Dann aber zerstören wir den guten Grundstock und hätten neuen Schnee gebraucht, um die Piste für die Frauen wieder herzurichten.“

Den hat das OK nicht, weil die Temperaturen in den kommenden Tagen viel zu hoch liegen. „Der Wetterbericht spielt uns leider nicht in die Karten“, moniert Betz. Vor zwei, drei Tagen hatten die Meteorologen noch kältere, frostige Nächte vorhergesagt. Doch die Prognosen haben sich stark geändert. Vor allem zum Rennwochenende soll es richtig warm werden – ohne Nachtfrost. „Und wenn nachts die Schneekanonen vielleicht eine oder zwei Stunden laufen, bringt uns das nichts.“

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
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Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
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Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
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Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
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Organisationskomitee geht „nicht mit der Brechstange vor, um dann doch abzusagen“

Also gab es die frühzeitige Entscheidung am Montagmorgen: Nichts geht am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen. „Wir machen es nicht mit der Brechtsange, um am Ende doch absagen zu müssen.“ Nach dem Kraftakt bei den Herren müssen die Frauen einen Boden um den letzten verbliebenen deutschen Weltcuport machen. Genauso hart trifft es aber auch die Männer am Wochenende: Die müssen bekanntlich auf ihren zwei Abfahrten in Chamonix verzichten. Dort findet maximal ein Slalom statt. Ob die Garmisch-Partenkirchner Damen-Rennen ersetzt werden, war am Mittag noch nicht geklärt.

„Natürlich ist das bitter für uns“, betont OK-Chefin Martina Betz. Im Jahr 2023 war das komplette Rennprogramm ausgefallen, nun sind es wieder 50 Prozent. „Jede Absage bereitet einem Sorgenfalten, finanziell wird das wieder schwierig für uns.“ Nur gut, dass die Herren-Wettbewerbe stattfanden. „Da konnten wir zum Glück zeigen, was wir draufhaben.“

Rubriklistenbild: © OK Ski-Weltcup GAP

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