Nachruf

Abschied von Karlheinz Peters: Ein „Münchner Grantler“ mit glanzvoller Opernkarriere

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Opernsänger Karlheinz Peters lebte mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Monika Dahlberg, in Benediktbeuern.
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Er konnte auf eine ungewöhnliche und lange Karriere als Opernsänger zurückblicken. Am Ende aber hatten Karlheinz Peters die Kraft und die Lebenslust verlassen. Am 10. Juli ist der Benediktbeurer im Alter von 84 Jahren gestorben.

Benediktbeuern – Zur Welt kam er 1934 als Karlheinz Weinzierl in München. Er war der Sohn eines Gastwirts und Metzgers. In der Familie, in die er geboren wurde, fand er wenig Geborgenheit. Seine Witwe Monika Dahlberg spricht von einer „schlimmen Kindheit“, die Schilderungen darüber hätten sie „zutiefst erschüttert“. Eine liebevolle Ersatzmutter fand Karlheinz in seiner Tante in Landshut, bei der er hauptsächlich aufwuchs.

Um eine Banklehre anzutreten, zog er als junger Mann nach Berlin. Dort entwickelte sich allerdings zunächst eine ganz andere Karriere. Neben der gutbürgerlichen Ausbildung nahm er Gesangsunterricht. Schon im Knabenchor war er mit seiner kräftigen Stimme aufgefallen. Bei einem ehrenamtlichen Auftritt in einem Seniorenheim wurde ein ehemaliger Opernagent auf ihn aufmerksam und vermittelte ihm das erste Engagement in Puccinis „La Bohème“ in Linz – der Ausgangspunkt für eine „Glanzkarriere“, wie Monika Dahlberg sagt. „Nach gerade einmal zwei Jahren Ausbildung war das äußerst ungewöhnlich.“ Bei einem Radioauftritt für Rias Berlin hatte man ihm mittlerweile gesagt, dass der Name Weinzierl sich schlecht verkaufen lasse. Der junge Sänger erinnerte sich an einen Kaminkehrer namens Peters – und gelangte zu dem Schluss, dass ihm dieser Name Glück bringen würde.

Das war der Fall. Es folgten Engagements in Würzburg und Stuttgart – wo er sein „Stammhaus“ finden sollte. Zu seinen Erfolgen zählten Auftritte in München und Hamburg genauso wie Gastspiele an der Wiener Staatsoper, bei den Edinburgher Festspielen oder in Paris. Sogar die legendäre Metropolitan Opera in New York lud den Bariton Karlheinz Peters ein, dort in seiner Glanzrolle als Papageno in Mozarts „Zauberflöte“ aufzutreten. Diese einmalige Chance verpasste er jedoch, weil er sich bei einem Unfall schwer am Rücken verletzt hatte.

Sein privates Glück fand Karlheinz Peters in zweiter Ehe mit der Operetten-, Opern- und Konzertsängerin Hedi Klug. Mit ihr zog er Ende der 1990er-Jahre nach Benediktbeuern, wo er – auch um sich um seine erkrankte Frau zu kümmern – die Sängerkarriere gegen ein sesshafteres Dasein als Vermögensberater eintauschte.

Etwa zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau stellte Karlheinz Peters fest, dass Monika Dahlberg in Bad Tölz und somit ganz in der Nähe lebte. Mit der Schauspielerin hatte er etwa 50 Jahre zuvor eine Oper für den Bayerischen Rundfunk eingespielt. Damals stellten sie Bruder und Schwester dar – nun wurde aus den beiden ein Paar, das 2006 heiratete und zuletzt in Benediktbeuern lebte. Monika Dahlberg beschreibt ihren dritten Ehemann liebevoll als „Münchner Grantler“. Er wird am Freitag im engsten Kreis in Benediktbeuern beigesetzt. 

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