Tegernsee - Zwölf Jahre lang war Peter Janssen Rathaus-Chef in Tegernsee: Jetzt ist diese Ära Geschichte. Am Mittwochabend verabschiedete er sich im Stadtrat.
„Ihr habt es mir leicht gemacht“, bedankte sich Janssen, der früher der SPD angehörte, dann 2007 die Tegernseer BürgerListe neu gründete. Im Stadtrat seien keine Fensterreden gehalten worden, der Umgang untereinander sei stets freundschaftlich gewesen, ohne dass dieser zur „Spezi-Wirtschaft“ wurde. Respekt zollte Janssen dem Stadtrat für „die konsequente Umsetzung der Vorhaben, auch wenn uns oft kräftig der Wind ins Gesicht geblasen hat“. In der Rückschau betrachte er den Stadtrat weniger als Parlament, sondern eher als Vorstand eines erfolgreichen Dienstleistungsunternehmens.
Anton
Staudacher, zuletzt sechs Jahre lang Vize-Bürgermeister und selbst seit 1996 am Ratstisch, würdigte Janssen im Namen der Kollegen. Er lobte seine enorme Energie, mit der er die Projekte durchsetzte, manchmal zum Erstaunen des Stadtrats. „Du hast das Ortsbild von Tegernsee wesentlich verschönert und geprägt, danke dafür“, verabschiedete sich Staudacher mit zitternder Stimme. Um dem langjährigen Rathauschef den Ruhestand erträglich zu machen, wurde ein Liegestuhl hereingetragen, mitsamt Strohhut und einem Korb voll Wein.
Auch Norbert Kruschwitz, Direktor der städtischen Betriebe, verabschiedete Janssen im Namen der Kollegen. „Die Zusammenarbeit war nicht immer einfach“, gestand Kruschwitz, „aber enorm erfolgreich.“ Er überreichte ihm ein E-Werks-Krügerl, Eintrittskarten für die Seesauna und ein Fernglas.
Dann folgte die Amts-Übergabe an Johannes Hagn, der am kommenden Dienstag vereidigt wird. „Er ist die richtige Wahl“, sagte Janssen über seinen Nachfolger und wünschte ihm alles Gute, damit Tegernsee noch schöner wird, „als die schönste Stadt der Welt“. Verabschiedet wurden zudem Manuela Brandl, die sechs Jahre lang für die BürgerListe am Ratstisch saß, Jakob Atzl, der zwölf Jahre lang in der CSU-Fraktion vertreten war, und Anton Staudacher, der seit 1996 für die CSU im Stadtrat saß. Michael Bourjau, der der FWG-Fraktion angehörte, scheidet ebenfalls aus, er war in der Sitzung aber nicht anwesend.
