„Ois guad“

Abschied von „Miss Realschule“ Lisa Frank

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Ein Fotobuch zum Abschied: Lisa Frank (Mitte) mit den beiden Realschulsprechern Patrizia Renis und Hansi Kniegl. Die Zeichnung mit den acht Armen zeigt, wie sehr sich Frank aus Sicht der Schüler engagiert hat.
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Sie prägte tausende Schüler mit ihrer herzlichen Art: Lisa Frank. Ebenso herzlich wurde die 64-Jährige in den Ruhestand verabschiedet – nach fast 30 Jahren als Sekretärin und gute Seele der Realschule Bad Tölz.

Bad Tölz – Es gibt viele Institutionen in Bad Tölz. „Lisa Frank ist eine davon“, sagte Josef Niedermaier am Donnerstag bei der Verabschiedung der langjährigen Sekretärin der Realschule Bad Tölz. Trotz Wahlkampfendspurt ließ es sich der Landrat nicht nehmen, bei dem Festakt vorbei zu schauen – und als Vater einer ehemaligen Schülerin ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. „Es heißt: Sie ist Miss Realschule – und es ist wurscht, wer unter ihr Rektor ist“, sagte Niedermaier lachend.

Lisa Frank selbst zeigte sich völlig überwältigt. „Ich wusste von nichts.“ Die 64-Jährige hatte mit einem Blumenstrauß und ein paar warmen Worten im kleinen Rahmen gerechnet. Stattdessen kam – trotz Corona – die halbe Schulfamilie. Sogar viele ehemalige Lehrer der Schule, die inzwischen in Hanau und Nürnberg unterrichten, fanden den Weg nach Tölz. Und amüsierten sich prächtig über eine kurze Einlage der Theater-AG. Ein paar aufmunternde Worte hier („Ois guad“), ein Kühlpack da („Aber bringt es mir ja zurück“): Das Stück zeigte, wie Lisa Frank das Sekretariat schmiss – und oft auch Schulleiterin Barbara Lottner aus der Patsche half. 

Schulleiterin fasziniert von Franks Namensgedächtnis

Entsprechend lobende Worte fand Lottner für Frank: „Sie waren nicht nur ein fester Bestandteil, nein eigentlich der Dreh- und Angelpunkt dieser Schule“, sagte Lottner. „Darüber hinaus waren Sie aber vor allem die Seele dieser Schule.“ Lottner erinnerte unter anderen daran, dass Lisa Frank in den vergangenen 30 Jahren drei Schulleiter und Generationen von Schülern erlebt hat – und trotzdem alle beim Namen kannte. „Das Faszinierendste fand ich immer, wenn ein ehemaliger Schüler das Sekretariat betrat und Sie ihn mit ,Ja grüß dich Johannes‘ empfangen haben – um mir hinterher zu sagen, dass Sie doch glatt vergessen haben, ob dieser Johannes 1996 oder doch 97 hier seinen Abschluss gemacht hat.“

Eigentlich technische Zeichnerin

Lisa Frank lernte eigentlich den Beruf der technischen Zeichnerin für Maschinenbau. Doch es verschlug sie in das Vorstandssekretariat der Sparkasse und von dort an die Realschule, wo die gebürtige Tölzerin am 1. Oktober 1990 anfing. Den Wechsel hat sie nie bereut: „Es hat mir immer Spaß gemacht, das Bindeglied zwischen Schülern, Eltern und Lehrern zu sein.“ Ihre Beliebtheit erklärt sich die Neu-Rentnerin damit, dass sie immer mit einem Lächeln im Gesicht und mit viel Herzblut bei der Sache war. „Und ich hatte den Vorteil, keine Zensuren vergeben zu müssen.“

Der Sprung in den Ruhestand fällt Lisa Frank nicht schwer. „Ich habe zwei tolle Nachfolgerinnen, da fällt der Abschied leicht.“ Außerdem freut sich die dreifache Oma darauf, mehr Zeit für ihre Enkel und ihre Mutter (92) zu haben. Und für ihren Garten. Und für Reisen mit ihrem Mann. „Mir wird bestimmt nicht langweilig“, sagt Lisa Frank – und lacht ihr berühmtes Lachen.

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