Ambacher Erholungsgelände

Was tun gegen den Gänsekot?

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Kein seltenes Bild: Badegäste müssen sich die Liegewiesen am Ambacher Erholungsgelände mit rund 100 Grau- und Kanadagänsen teilen. Die Hinterlassenschaften der Tiere stellen die Verantwortlichen vor eine Herausforderung.

Münsing - Der Gänsekot auf den Liegewiesen im Ambacher Erholungsgelände ist ein Dauerproblem. Über mögliche Lösungen machten sich die für das Strandbad Zuständigen beim alljährlichen Betreuungsgespräch im Münsinger Rathaus Gedanken.

„So schlimm wie letztes Jahr und heuer war es noch nie“, sagt Lorenz Meier, am Tölzer Landratsamt für den Naturschutz zuständig. Früher habe er an einem Tag etwa 50 Grau- und Kanadagänse im Uferbereich gezählt. Vergangene Woche seien es an die 100 gewesen. Den Kot der Tiere zerkrümeln und verteilen die Mitarbeiter des Wolfratshauser Maschinenrings, die das Gelände pflegen, mit speziellen Netzen. Der Regen spült die Krümel weg.

Weil der Juli und August 2013 extrem trocken waren, blieben die Hinterlassenschaften liegen, weshalb man laut Meier sogar an Teilsperrungen gedacht hatte. Münsings Umweltreferentin Christine Mair sagte, dass die Kothäufchen vor allem für Kinder, die auf dem Boden spielten und alles in den Mund nähmen, nicht nur unappetitlich, sondern auch gefährlich seien.

Vieles wurde bereits versucht, um den Gänsen Herr zu werden. Das Abschießen rief die Tierschützer auf den Plan, das Vergrämen mit einem Hund nützte nichts. Jetzt denkt man laut Franz Steger vom Landratsamt daran, die unliebsamen Wasservögel mit Greifvögeln zu verjagen. Steger habe diesbezüglich Kontakt mit dem Deutschen Falkenorden aufgenommen.

Die Schwierigkeit bestehe darin, einen Falkner zu finden, der zu unterschiedlichen Tageszeiten komme. Gänse seien nämlich sehr lernfähig und merkten schnell, wenn eine Gefahr nur morgens für einige Minuten bestehe und die Luft danach wieder rein sei. Steger erinnerte auch daran, dass das Vertreiben mit Greifvögeln eine Jagdhandlung darstelle und sich mit der Schonzeit der Gänse nicht vereinbaren lasse.

Eine weitere Möglichkeit, um den Bestand einzudämmen, sei das Anstechen der Vogeleier. Doch auch das sei umstritten. „Wir warten da auf Regelungen von oben“, sagte Steger.

Die Vorsitzende des Ostuferschutzverbands, Ursula Scriba, berichtete, dass am Ammersee die Schonzeiten verkürzt worden seien. Sie regte an, dort nachzufragen, ob das Abschießen der Tiere Erfolg gezeigt habe. Münsings Bürgermeister Michael Grasl winkte ab: „Ich halte diese Lösung nicht für gut. Solche Abschussaktionen rufen nur wieder einen Aufschrei bei Teilen der Bevölkerung hervor.“

Im Gegensatz zu den gefiederten Gästen verursachten die Badegäste im vergangenen Sommer keinen Ärger. Der Einsatzleiter des Wachdienstes Bavaria Werkschutz (ehemals WSD Oberland), André Pietsch, sprach gegenüber unserer Zeitung von einer „sehr ruhigen Saison“. Nächtliche Partys mit Sachbeschädigungen und Schlägereien wie in den Vorjahren habe es gar keine gegeben. Erfreulich waren laut Christine Bonnet, am Landratsamt verantwortlich für die Erholungsflächen im Landkreis, die Besucherzahlen im vergangenen Jahr. Mit rund 52 000 verkauften Eintrittskarten liege man zehn Prozent über dem Ergebnis von 2012. Im Durchschnitt hätten in den zurückliegenden neun Jahren jährlich 55 000 Badegäste das Erholungsgelände Ambach besucht.

Jens Besenthal, der Geschäftsführer des Erholungsflächenvereins München, dem das Strandbad gehört, musste die Wolfratshauser Wasserwacht, vertreten durch den Zweiten Vorsitzenden Peter Knoblich, vertrösten. Der Neubau der Wachstation am Schwaiblbach werde sich aufgrund des langwierigen Baugenehmigungs-Verfahrens wohl bis Anfang nächsten Jahres verzögern.

Besenthal sagte diesbezüglich: „Ich hoffe, dass wir die alte Hütte im Herbst abreißen können und ich bin guter Hoffnung, dass die neue im Mai 2015 steht.“

Tanja Lühr

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