Der letztjährige Abwärtstrend bei der Maisacher Festwoche ist gestoppt: Festwirt Jochen Mörz vermeldet ähnliche Umsätze wie im Vorjahr. Die Bilanz der Beteiligten fällt aber dennoch durchwachsen aus.
Maisach – Im vergangenen Jahr hatte Mörz noch einen Umsatzrückgang von 20 Prozent beklagt. Zumindest dieser Trend hat sich nicht fortgesetzt. „Leider haben wir die Umsätze aber auch nicht wieder steigern können“, sagt der Festwirt, dessen Vertrag ausläuft und demnächst neu verhandelt wird.
Während Mörz weiter darüber nachdenken will, wie man das letzte Volksfest des Jahres im Landkreis weiter voranbringen kann, fällt das Fazit von Bürgermeister Hans Seidl positiv aus. Zu viele Veränderungen will der Rathauschef jedenfalls nicht. „Sonst verliert die Festwoche ihre Charakteristik und wir damit vielleicht die Besucher, die uns gerade deswegen die Treue halten.“
Was die Umsätze auf jeden Fall positiv beflügelt hat, war das Konzert der Band LaBrassBanda, zu dem rund 1800 Besucher kamen. Beliebig wiederholbar sind solche Ausreißer aber nicht, sagt Mörz. Denn: „Es gibt nicht allzu viele Bands, die ein Bierzelt füllen.“ Bei Eintrittspreisen von 30 bis 35 Euro, die angesichts der Gagen solcher Bands bezahlt werden wollen, müsse man den Besuchern schon etwas bieten. Was Mörz vor allem beklagt, ist das Fehlen der Jugend. „Vor zwölf oder 15 Jahren war es beim Jugendtag noch brechend voll, heute fehlt das völlig.“
Gute Ausgangsposition
Michael Schweinberger, dem Chef der Maisacher Brauerei, liegen zwar noch keine genauen Zahlen vor. Er sagt aber: „Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass etwas mehr Bier verkauft wurde als im Vorjahr.“ Und Seidl erklärt: „Der Festwirt sollte den Erfolg nicht immer an seinem umsatzstärksten Jahr messen.“ Angesichts der konkurrierenden Veranstaltungen in der Region spricht der Rathauschef von einer für Maisacher Verhältnisse gut besuchten Festwoche. Vor allem der Senioren- und der Brauereitag mit dem Bier-Turnier seien sehr gut angenommen worden. Eine weitere Steigerung erhofft Seidl sich, wenn das Volksfest ab kommendem Jahr wieder um eine Woche nach hinten verlegt wird, denn: „Die Urlaubszeit darf man nicht unterschätzen.“
Gespräche mit Brauerei und Festwirt werde man aber natürlich dennoch führen – alleine schon weil der Vertrag mit Mörz ausgelaufen sei. Für eine Verlängerung des Kontrakts sieht der Gemeindechef „eine gute Ausgangsposition“. Während er große Veränderungen am grundsätzlichen Konzept der Festwoche nicht zum Gegenstand der Unterredung machen will, könnte aber zumindest über die Länge diskutiert werden. „Für vier oder fünf Tage rentiert sich der Aufwand beim Aufbau nicht“, sagt Seidl. Man spreche vielmehr von sieben oder zehn Tagen.
Außerdem möchte der Bürgermeister eine weitere Traditionsveranstaltung wie die Schafschau etablieren, die künftig wieder am ersten Sonntag der Festwoche stattfindet. Etwa eine Oldtimer- und Feuerwehrschau hält Seidl für den zweiten Festsonntag möglich. „Oder wir beleben das Pferdeturnier, das es schon vor einigen Jahren gegeben hat.“ (ad)