Stadtbildprägende Allee betroffen

Ärger über gefällte Bäume in Oberer Stadt

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Mehrere Bäume wurden in den vergangenen Wochen in der Oberen Stadt gefällt.
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Rund ein Dutzend Bäume sind in den vergangenen Wochen in der Oberen Stadt in Weilheim gefällt worden. Darüber hat sich unter anderem Ingeborg Reum geärgert. Die Heimatzeitung hat nachgefragt, was es mit den Baumfällungen auf sich hat.

Weilheim – Die Allee am Stadtbach in der Oberen Stadt gehört zum Stadtbild Weilheims wie die Mariensäule zum Marienplatz. In den vergangenen Wochen hat sich ihr Bild allerdings verändert: Es wurden mehrere Bäume gefällt – insgesamt etwa ein Dutzend.

Das ist nicht nur Ingeborg Reum sauer aufgestoßen. Sie hat verärgert an die Heimatzeitung geschrieben: „Die Stadt Weilheim hat vor kurzem sieben augenscheinlich ganz gesunde große und somit für das Stadtklima wichtige Bäume in der Oberen Stadt am Stadtbach gefällt. Am Mittwoch war ich in der Nähe und dachte, ich traue meinen Augen nicht!“

Wie diese Zeitung berichtet hatte, hat die Stadt die Fällung zweier gesunder Ahornbäume mit dem Argument untersagt, dass Bäume wichtig für das Stadtklima seien, schreibt Reum und wundert sich auch deswegen über die jüngsten Fällungen in der Oberen Stadt: „Seltsam ist nur, dass in der Oberen Stadt sogar sieben gesunde, große, alte Bäume für das Stadtklima anscheinend nicht wichtig sind und einfach sinnlos umgesäbelt wurden!“

Vor dem Hintergrund, dass andernorts Milliarden Fördergelder für Waldbauern gezahlt würden für den notwendigen Waldumbau gegen den Klimawandel, könne sie diese Fällungen nicht nachvollziehen, so die Weilheimerin: „In Weilheim werden einfach große, klimarelevante Bäume gefällt?“ Sie fragt sich, wie diese Fällungen dazu passen, dass sich die Stadt Weilheim „trotz vielfacher Baumfällungen in der letzten Zeit trotzdem mit Klimaschutz und Artenvielfalt brüstet?“ Der aktuelle Fall sei leider nicht der einzige Kahlschlag in den vergangenen Jahren, schreibt Reum.

Sebastian Soyer von den Weilheimer Stadtwerken widerspricht der Annahme, dass die gefällten Bäume am Stadtbach gesund gewesen seien: „Wir mussten sieben Bäume aus Sicherheitsgründen fällen. Sie waren stark vom Eschentriebsterben betroffen.“ Das gelte zumindest für die Bäume am Stadtbach, die auf Veranlassung der Stadtwerke gefällt wurden. Die Stadtwerke seien dafür zuständig, für die Verkehrssicherheit zu sorgen.

Auch die weiteren sechs Bäume in der Oberen Stadt seien von Mitarbeitern der Stadtwerke gefällt worden, so Soyer. Diese Fällungen seien in den vergangenen Tagen im Auftrag der Stadt Weilheim erfolgt. Dazu könne er aber nichts weiter sagen, denn die Fällungen stünden wohl im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen in der Oberen Stadt, für die nicht die Stadtwerke sondern das Bauamt der Stadt zuständig seien.

Das bestätigt Monika Pierson, die Leiterin der Tiefbauabteilung im Rathaus. „Die Bäume mussten entfernt werden, weil die Brücke über den Stadtbach erneuert werden muss.“ Die Behörde habe vorab über diese Maßnahme informiert, Anfang Oktober wurde sie auch in dieser Zeitung angekündigt: „Um den Hochwasserschutz in Weilheim zu verbessern, wird in diesem Herbst der ,marode Holzverbau’ des Stadtbachs vom Gögerlweg bis zum Trachtenheim erneuert. Der bestehende Holzverbau hat durch jahrzehntelange Verwitterung seine Funktion eingebüßt und kann die seitlichen Erddämme nicht länger vor Erosion schützen, heißt es in der Pressemitteilung über den Stadtbach. Im Zuge der anstehenden Arbeiten sollen auch Brücken und Stege ertüchtigt werden“, so der Zeitungsbericht.

Die Brücke, bei der die Bäume gefällt wurden, sei zu niedrig dafür. „Die Brücke funktioniert so nicht mehr“, sagt Pierson. Ursprünglich sei geplant gewesen, sie abzuheben, die Arbeiten vorzunehmen und anschließend wieder draufzusetzen, doch dieser Plan sei nicht aufgegangen. Deswegen sei beschlossen worden, die Brücke neu zu bauen und dafür hätten nun die Bäume fallen müssen, so Pierson. Doch selbst, wenn der Brückenneubau nicht nötig gewesen wäre, hätten die Bäume nicht mehr allzu lange stehen bleiben können, so die Leiterin der Tiefbauabteilung: Sie seien ebenfalls stark vom Eschentriebsterben betroffen gewesen.

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