Mietmarkt

Ärger wegen Apple - Münchens OB Reiter fordert: Baut Wohnungen für Eure Leute!

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OB Dieter Reiter fordert von Apple Wohnungen für deren Mitarbeiter.
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Zoff nach dem Kauf eines Grundstücks in der Maxvorstadt durch Elektronik-Riese Apple: Münchens OB Dieter Reiter ist besorgt um den Mietmarkt.

München - Der Verkauf des Filetgrundstücks Seidlstraße 15 durch den Freistaat an Apple bleibt für Münchens OB Dieter Reiter (SPD) ein ambivalentes Thema. „Es schlagen da zwei Herzen in meiner Brust“, sagte der Rathauschef im Interview mit München TV. Als ehemaliger Wirtschaftsreferent sei die Nachricht natürlich erfreulich, dass München für ein solches Unternehmen derart attraktiv sei. Weniger erbaulich seien aber die Einflüsse auf den Münchner Mietmarkt.

Ärger wegen Apple: Vizepräsidentin sagt im Gespräch mit Reiter, der Wohnungsbau sei nicht ihr Problem

„Ich hatte in einem Gespräch mit der Vizepräsidentin von Apple, Kristina Raspe, darauf hingewiesen, dass sie beispielsweise für ihre Mitarbeiter Anteile an Genossenschaften kaufen könnte, damit sie meinen Mietmarkt nicht weiter belastet. Sie hat geantwortet, dass dies nicht ihr Problem sei.“ Doch da irre die Vizepräsidentin, sagte Reiter weiter. „Es ist schon ihr Problem.“ Denn auch große Unternehmen wie Apple bräuchten nicht nur Angestellte, die finanziell in der Lage seien, die hohen Mieten in München zu bezahlen, sondern auch Reinigungskräfte oder Pförtner.

Das 7200 Quadratmeter große Grundstück Seidlstraße 15 befindet sich neben dem F&E-Gebäude Karl, das Apple bereits bezogen hat. Geplant ist ein Neubau, um das Europäische Zentrum für Chip-Design zu erweitern (wir berichteten). Neben dem neuen Standort in der Seidlstraße werden die Teams von Apple im Rahmen der Erweiterung mehrere zusätzliche Räume für Forschung und Entwicklung in den beiden anliegenden Straßen Denis- und Marsstraße beziehen.

Verkauf von Grundstück an Apple: Reiter fordert Freistaat auf, die Mietsituation nicht weiter zu verschärfen

„Der Freistaat Bayern leistet mit dem Verkauf einen wichtigen Beitrag, die herausragende Stellung Münchens im Bereich der Informationstechnologie weiter zu stärken“, sagte Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU).

Den wiederum habe Reiter gebeten, darauf zu achten, dass „die Situation auf unserem Mietmarkt nicht weiter verschärft wird“. Schließlich befände sich mit dem ehemaligen Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße ein Grundstück des Freistaates in unmittelbarer Nähe. „Wenn wir schon an der Seidlstraße keinen Wohnraum schaffen, dann vielleicht dort.“

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