Agrarpolitisches Fachgespräch

Agrarpolitik als „Mutter aller weiteren politischen Felder“: Günter Felßner über die Herausforderungen der Landwirtschaft

+
Was muss sich in der Agrarpolitik ändern? Dazu erläuterte CSU-Kandidat Günter Felßner seine Ideen.
  • schließen

Die CSU veranstaltet ein agrarpolitisches Fachgespräch mit Landwirten. Dazu hielt Günter Felßner eine Rede im Altwirt Reichersbeuern.

In gut zwei Wochen finden die Bundestagswahlen statt, der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. Am Mittwochabend lud die Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des CSU-Kreisverbands Miesbach zu einem agrarpolitischen Fachgespräch in den „Altwirt“ nach Reichersbeuern ein. Als Redner traten Günter Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbands und CSU-Listenkandidat, sowie Bundestags-Direktkandidat Alexander Radwan vor circa 40 Zuhörern, größtenteils Landwirte aus dem Tölzer und Miesbacher Gau, auf.

Günter Felßner über Herausforderungen in der Agrarpolitik

In einer etwa 90-minütigen Rede erörterte Felßner eingangs seine Doppelrolle als Präsident des Bayerischen Bauernverbands, aber auch als Listenkandidat einer Partei. „Ich finde es wichtig, dass Mitglieder des Bauernverbands in den Parlamenten sitzen, gleich welcher Partei.“ Er selbst sei „Bauer mit Leib und Seele“ und wolle sich künftig lösungsorientiert für die Belange der Landwirtschaft in der Politik einsetzen. Die Agrarpolitik sehe er als „Mutter aller weiteren politischen Felder“.

In seinen Bestrebungen verfolge er vier Ziele. „Ziel eins ist es weiterhin, die Ernährung der Menschen zu sichern. Das haben Bauern schon immer getan, und darauf können wir auch sehr stolz sein.“ Sein zweites Ziel sei es, weg von der fossilen Energieversorgung zu kommen. „Und das ist unsere Aufgabe, denn jede Alternative außer Kernkraft kommt von landwirtschaftlichen Feldern.“ Als drittes Ziel betitelte er die Schaffung biogener Grundlagen zur Reduktion von Mikroplastik. Als vierte Aufgabe der Bauernschaft nannte er den Schutz der Ressourcen. Dies seien alles Herausforderungen, die man nur gemeinsam bewältigen könne. Es sei wichtig, dass sich Landwirte auf die Hauptaufgaben konzentrieren können. „Dafür brauchen wir Entbürokratisierung“, so Felßner. In den vergangenen Jahren habe man mehr Regelungen aufgestellt, als man überprüfen könne.

Bauern fordern Bürokratieabbau

Radwan betonte, dass er es für gut empfinde, dass jemand wie Felßner aus der Praxis kommt. „Wie wichtig die eigene Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland ist, hat uns der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine gelehrt. Hunger wird als Waffe genutzt, da müssen wir weiterhin autark bleiben.“ Sowohl Radwan als auch Felßner betonten, wie wichtig es ist, keine extremen Parteien zu wählen. Im Anschluss hatten die Landwirte die Möglichkeit, Anmerkungen zu machen. Dabei kam heraus, dass Entschärfung des Wasserschutzes, Bürokratieabbau und eine neue Regelung für die Düngerbedarfsberechnung den Bauern auf den Nägeln brennen.

(Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Positiv angekommen ist das Gespräch bei der Miesbacher Kreisbäuerin Brigitta Regauer. „Ich finde es gut, dass Günter Felßner keine Verweigerungshaltung hat, sondern lösungsorientiert arbeitet“, bilanzierte sie. Auch der Tölzer Kreisobmann Peter Fiechtner zeigte sich gut gestimmt. „Es ist wichtig, dass wir in den Themen gehört werden. So viele haben die Schnauze voll von der Bürokratie, da muss sich etwas ändern.“ Der Miesbacher Kreisobmann Josef Huber meinte: „Wichtig wäre es gewesen, dass das heute viel mehr Leute gehört hätten.“ Denn die Themen, so der einhellige Tenor, betreffen alle.

Kommentare