VonSebastian Grauvoglschließen
Felsblöcke mit einer Kantenlänge von 60 Zentimetern mitten auf der Fahrbahn: Akute Steinschlaggefahr herrscht auf der B307 am Sudelfeld. Das Straßenbauamt ist sofort tätig geworden.
Bayrischzell - Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn so ein Brocken in ein Auto einschlägt: Felsblöcke mit einer Kantenlänge von bis zu 60 Zentimetern haben Bauarbeiter auf der B 307 am Sudelfeld entdeckt. Die schweren Geschosse aus dem Gebirge lagen in einem Abschnitt nahe des Tatzelwurms (Kreis Rosenheim), teilt das Staatliche Bauamt Rosenheim mit. Nach einer umgehend angeordneten Begehung durch Mitarbeiter des Straßenbauamts und der Zentralstelle Ingenieurbauwerke und Georisiken habe dann zweifelsfrei festgestanden, dass hier akute Steinschlaggefahr besteht.
Sofortmaßnahme für 500.000 Euro
Weil die Experten nicht ausschließen konnten, dass weitere Steine oder Blöcke auf die Sudelfeldstraße stürzen, leiteten sie eine Sofortmaßnahme in die Wege. Der betroffene Bereich wird auf einer Streckenlänge von rund 250 Meter mit einem mobilen Steinschlagzaun abgesichert. Wie Geologe Joseph Angermaier aus der Abteilung Konstruktiver Ingenieurbau am Staatlichen Bauamt auf Nachfrage mitteilt, handelt es sich dabei um jeweils vier Meter lange Elemente, die unten aus einer ein Meter hohen Betongleitwand und oben aus einem 2,50 Meter hohen Metallzaun bestehen. Die einzelnen Teile würden vor Ort miteinander verbunden und direkt am Straßenbankett errichtet. Die Rückhaltekraft der Konstruktion betrage rund 1000 Kilojoule. Die Arbeiten unter halbseitiger Sperrung der B 307 haben laut Angermaier bereits begonnen und sollen voraussichtlich bis Freitag, 15. Juli, abgeschlossen sein. Die Kosten in Höhe von rund 500 000 Euro trägt der Bund.
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Parallel läuft die Suche nach der Ursache des Steinschlags. Wie das Straßenbauamt informiert, wurde dieser mit großer Wahrscheinlichkeit von den jüngsten lokalen Starkregenereignissen oder durch Wildwechsel am Hang ausgelöst. Da auch für die kommenden Wochen immer wieder Gewitter angekündigt seien, habe man sich zur kurzfristigen Absicherung der Straße entschieden. Sobald dies erfolgt ist, werde man über den Einbau permanenter Schutzmaßnahmen entscheiden. Basis hierfür ist laut Angermaier eine Steinschlagsimulation. Je nach Ergebnis werde dann ein sogenannter Ösenankerzaun mit 1,5 Meter hohem Abrollschutz oder ein größerer Steinschlagschutzzaun mit höherer Energieaufnahmefähigkeit errichtet.
Starkregen oder Wildwechsel als Ursache?
Bleibt die Frage, ob auch andere Stellen der B 307 am Sudelfeld derart akut gefährdet sind. Nach aktuellem Kenntnisstand nicht, teilt Angermaier mit. Allerdings gebe es noch einige weitere, weniger kritische Bereiche, die mittelfristig abgesichert werden müssten. Um eine etwaige Verschärfung der Lage wie jüngst am Tatzelwurm schnell zu erkennen, würden diese Streckenabschnitte regelmäßig mit Begehungen und Risikoanalysen überprüft.
sg
