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Der KJFV Wolfratshausen verzeichnet steigenden Bedarf für Mittagsbetreuung und Kinderhorte. Für das kommende Schuljahr braucht er neue Plätze.
Wolfratshausen – Alarmierende Anmeldezahlen für die Angebote der Mittagsbetreuung und die Unterbringung von Grundschülern in Kinderhorten vermeldete Fritz Meixner in der jüngsten Sitzung des Jugend- und Kulturausschusses. Der Geschäftsführer des Kinder- und Jugendfördervereins (KJFV) befürchtet, dass ab dem kommenden Schuljahr etwa 18 Hortplätze fehlen werden.
Alarmierende Zahlen in Wolfratshausen: 18 Hortplätze fehlen - Bedarf an Betreuungsangeboten steigt
Im Februar fand die Einschreibung für Mittagsbetreuungen und Kinderhorte statt. Zeitgleich startete der KJFV als Träger eine Abfrage von Kindern, die bereits die verschiedenen Einrichtungen besuchen. Laut der von Meixner vorgestellten Prognose werden im Herbst 193 Kinder die ersten Klassen der beiden Grundschulen am Hammerschmiedweg und in Waldram besuchen. 144 davon sind für die Kinderhorte und die Mittagsbetreuung angemeldet. Insgesamt stehen in den beiden Kinderhorten derzeit 260 Hortplätze zur Verfügung, benötigt werden im kommenden Schuljahr 2023/2024 wahrscheinlich 278.
Betreuung von Schulkindern am Nachmittag: In den vergangenen Jahren hat sich der Bedarf verdoppelt
In Waldram macht sich der Platzmangel schon jetzt in der Mensa bemerkbar, sodass demnächst das Mittagessen auch in der Aula serviert werden soll. Von den Weidacher Grundschülern werden voraussichtlich 84 Schüler Mittagsbetreuungsangebote in Anspruch nehmen. Die Belegungszahlen in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für schulpflichtige Kinder in der Stadt Wolfratshausen haben sich im Zeitraum von zwölf Jahren nahezu verdoppelt: Waren es im Schuljahr 2011/2012 noch 271, so wird nun mit 530 Schülern gerechnet.
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Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth (Grüne), die die Kulturausschusssitzung in Vertretung von Bürgermeister Klaus Heilinglechner leitete, hofft dennoch auf eine vollumfängliche Deckung des Bedarfs. „In den vergangenen Jahren hat der Kinder- und Jugendförderverein auch immer Lösungen gefunden“, erklärte sie. So wurden beispielsweise wie berichtet Lagerräume in der Weidacher Grundschule für die Mittagsbetreuung umgestaltet.
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Der Kulturausschuss beschloss einstimmig, dass die Stadt dem KJFV die dafür verauslagten Investitionsmittel in Höhe von 2467 Euro erstattet. Die aktuelle Prognose zu den Belegungszahlen könnte sich nach der Schuleinschreibung Ende März noch verändern. „Erst dann wird sich herausstellen, wie viele Kinder in diesem Jahr zurückgestellt beziehungsweise tatsächlich eingeschult werden“, sagte Meixner.
Auf Nachfrage von Dr. Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste) versicherte der KJFV-Geschäftsführer, dass die Einschulung von ukrainischen Flüchtlingskindern nicht für die hohen Zahlen verantwortlich sei. ph