VonSebastian Raviolschließen
FDP-Landtagskandidatin Britta Hundesrügge spricht mit vielen Geschäftsinhabern. Wir haben sie 30 Minuten lang begleitet.
Herrsching – Es ist ein Ratespiel mit hohen Chancen auf die richtige Lösung. Ein Feinkostladen? Eher grün. Die Teestube? Auch. Das Schmuckgeschäft? FDP-Wähler. Landtagskandidatin Britta Hundesrügge besucht in diesen Wochen einige Geschäfte in ihrem Starnberger Stimmkreis, die meisten Inhaber hören von ihr diesen Satz: „Ich möchte dem Einzelhandel eine Stimme geben.“
An diesem Vormittag hat sie sich Herrsching vorgenommen. Sportgeschäft, Apotheke, Juwelier – alles ist dabei. Auch Monika Thurner mit ihrem mobilen Pflegedienst gehört dazu. „Was brauchen Sie?“, fragt Hundesrügge. Die Antwort kommt prompt: „Pflegekräfte.“ Thurner beschäftigt 34 Mitarbeiter, bräuchte aber mehr. Zurzeit müsse sie Pflegebedürftige ablehnen. „Ich habe nichts gegen ausländische Pflegekräfte“, sagt Thurner. „Aber gerade in den ländlichen Bereichen gibt es Konflikte mit Osteuropäern – das rührt noch vom Krieg her.“ Neue Räume, mehr Parkplätze – Thurner gibt Hundesrügge noch mehr Probleme mit auf den Weg.
„Man muss auf allen Ebenen präsent sein“
Die Hörfunkjournalistin hat sich für den Wahlkampf fünf Wochen Urlaub genommen. „Es wäre schwierig, bis zum letzten Tag on air zu sein“, sagt sie. „Ich habe auch aufgehört, aus meinem Stimmkreis zu berichten.“ Die Liberalen haben auffällig viele Plakate in den Gemeinden geklebt. Man habe eine Strategie entwickelt, sagt Hundesrügge, betont aber: Alles selbst entworfen und geklebt.
An diesem Vormittag ist Johannes Puntsch dabei. Der Herrschinger nennt Hundesrügge ein Café, wo sich Unternehmer vormittags gerne auf einen Espresso treffen. Ein Geschäft davor sucht Hundesrügge das Gespräch mit Michaela Brückner. Die Inhaberin eines Juweliergeschäfts hat vor allem ganz praktische Anliegen. „Fünf Kunden haben mir an einem Vormittag gesagt, dass sie nicht mehr kommen“, sagt Brückner. Parkplatzproblematik. „Das ist das große Problem, das ist meine Existenz.“ Sie selbst werde oft zugeparkt und müsse dann eine Stunde lang auf den Fahrer warten. „Auch deswegen komme ich“, sagt Hundesrügge. „Man muss auf allen Ebenen präsent sein.“
Sie weiß, was die Geschäftsinhaber hören wollen, auch wenige Meter weiter beim Espresso. „So etwas wie mit dem Datenschutzgesetz lähmt“, sagt dort ein Unternehmer aus Gilching. Viel Arbeit neben der eigentlichen Arbeit. „Wir wollen uns aber auf unsere Arbeit konzentrieren.“ Hundesrügge greift ein: „Da sind Sie bei der FDP genau richtig.“
„Die FDP ist eine „Dafür-Partei“
Neben den Themen vor Ort kommt natürlich auch die große Politik zur Sprache. „Das, was vorgelebt wird, ist realitätsfremd“, sagt ein anderer Unternehmer. „Wenn ich so arbeiten würde, könnte ich zum Ende des Jahres zuschließen.“ Die FDP ist eine „Dafür-Partei“, betont Hundesrügge dann. Eines ihrer großen Themen: Das neue Herrschinger Gymnasium. „Die Grünen haben sich da wieder mal als alltagsfremd erwiesen und wollten ein Öko-Projekt draus machen.“ Es brauche eben auch mal Pragmatismus, damit Projekte gelingen.
Das mit dem Gymnasium findet Maria Fiegler, Inhaberin eines Modegeschäfts, „ganz wichtig“. Hundesrügge geht weiter. Das Gefühl? „Sie wählt uns.“ Auf volle Ablehnung sei sie bei den Unternehmern noch nie gestoßen, sagt Hundesrügge. Dann verabschiedet sie sich gen Seefeld. Ein Bäcker möchte sich mit ihr unterhalten.
