Beschluss des Kreistags

Alltagsradwege im Landkreis Weilheim-Schongau: Schnell und sicher ans Ziel

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Auch eine ordentliche Markierung der Radwege kann sehr zur Verkehrssicherheit beitragen. Nicht immer sind aufwendige und teure Bauarbeiten nötig.
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Der Kreistag hat das Alltagsradwegekonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau auf den Weg gebracht. Bis dieses Realität wird, könnte unter Umständen allerdings ein Jahrzehnt vergehen.

Landkreis – Der Projektverantwortliche Hans Rehbehn hatte es im Rahmen der letzten Kreistagssitzung Michael Boßhammer vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen überlassen, die Planung vorzustellen.

Boßhammer berichtete, dass Mitarbeiter seines Büros per Rad oder zu Fuß sämtliche Wege inspiziert hätten, um eine Bestandsaufnahme zu machen. Basierend darauf, wurde der Vorschlag für ein Alltagsradwegenetz erstellt. Dabei geht es nicht darum, an landschaftlich möglichst reizvollen Stellen Radwege auszuweisen, wie es bei touristischen Radrouten der Fall ist. Stattdessen sollen die Radfahrer dazu motiviert werden, öfter das Auto stehen zu lassen, weil sie auf den Alltagsradwegen schnell und sicher zum Ziel kommen können (wir berichteten).

Zunächst einmal stellte allerdings Landrätin Andrea Jochner-Weiß klar, dass das Landratsamt mit seinem vorhandenen Personal die Umsetzung der Planung nicht leisten könne. „Für die Umsetzung brauchen wir eine weitere Vollzeitstelle“, sagte sie. Außerdem solle jedem Kreisrat klar sein, dass „die Umsetzung dieses Konzepts viel Geld kosten wird – etwa für den Grunderwerb und den Bau von Radwegen“.

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Friedrich Zeller (SPD/Schongau) verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die wesentlichen Herausforderungen „gar nicht beim Landkreis, sondern bei den 34 Gemeinden“ liegen würden. Alfred Honisch (Grüne/Weilheim) vermisste derweil einen konkreten Zeithorizont, während dessen die Planungen umgesetzt werden sollen: „Wie wäre es mit einer Umsetzungsquote von 30 oder 40 Prozent während der nächsten Legislaturperiode?“, fragte er. Das ging der Landrätin dann doch ein bisschen zu schnell: „Heute fällen wir den Grundsatzbeschluss, dann müssen wir jemanden finden, der ihn im Landratsamt umsetzt. Dann sehen wir weiter.“

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Kreiskämmerer Norbert Merk stellte klar, dass „es sich hierbei eher um eine Planung handelt, die auf mindestens zehn Jahre ausgelegt sein wird“. Zudem „werden wir über Gesamtinvestitionen im siebenstelligen Bereich reden. Was wir heute beschließen, entspricht mindestens einem Prozent der Kreisumlage“.

Das wiederum erregte Manuela Vanni (Unabhängige/Peißenberg): „Schade, dass hier versucht wird, schon wieder alles zu zerreden, bevor es überhaupt losgeht“, meinte sie. Und forderte: „Wir müssen halt mehr Mittel freigeben, wenn wir wollen, dass das Konzept schneller umgesetzt wird.“ Michael Deibler (CSU/Peiting) sagte im Namen seiner Fraktion, dass „die CSU das positiv sieht, um auf die vermeintliche Klimaumstellung zu reagieren.“

Erste Gemeinden planen zusammen

Für Markus Loth (BfL/Weilheim) ist die Entscheidung über das Alltagsradwegenetz ein „wichtiger Beschluss. Ich appelliere in diesem Zusammenhang an die Kommunen, eigene Radwegekonzepte unter Berücksichtigung des Alltagsradwegenetzes zu erstellen.“ Michael Asam (SPD/Peiting) antwortete direkt darauf und berichtete, dass Schongau, Peiting und Altenstadt bereits ein gemeinsames Radwegekonzept in Auftrag gegeben hätten.

Am Ende fasste der Kreistag einstimmig den Grundsatzbeschluss für das Alltagsradwegenetz. „I gfrei mi riesig“, meinte Landrätin Andrea Jochner-Weiß im Anschluss an die Beschlussfassung euphorisch.

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