Kiefersauer übt Kritik

Alte Apotheke unter Denkmalschutz: Benediktbeurer Bürgermeister gefällt das gar nicht

+
Die Alte Apotheke in Benediktbeuern ist in die Denkmalliste aufgenommen worden.

Das Gebäude der Alten Apotheke in Benediktbeuern steht von nun an unter Denkmalschutz. Bürgermeister Hans Kiefersauer gefällt das gar nicht. Er sieht dadurch hohe Kosten auf die Gemeinde zukommen.

Benediktbeuern In Benediktbeuern stehen drei neue Baudenkmäler. Wie Bürgermeister Hans Kiefersauer in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte, wurden in die aktualisierte Denkmalliste die Marienkirche, die ehemalige Tankstelle an der Kocheler Straße und die Alte Apotheke aufgenommen.

Dass Letztere nun in der Denkmalliste steht, findet Kiefersauer nicht gut, denn: „Dadurch steigen die Sanierungskosten enorm.“ Warum das Landesamt für Denkmalpflege die Liste der Baudenkmäler überarbeitet hat, konnte Kiefersauer auf Nachfrage von Margarete Steffens nicht sagen. Wie der Bürgermeister weiter berichtete, sind außerdem einige Gebäude im Dorf aus der Liste gestrichen worden. In den kommenden zweieinhalb Monaten können die Bürger die Liste in der Gemeinde einsehen.

Lesen Sie auch: St. Annaheim in Kochel - Förderzentrum lässt auf sich warten

Die Bayerische Denkmalliste umfasst derzeit etwa 110 000 Baudenkmäler und rund 50 000 Bodendenkmäler. Sie sind in der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet. Die Denkmalliste ist laut Dorothee Ott vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege „eine Momentaufnahme“. Sie werde laufend aktualisiert. Von 2006 bis 2014 fand demnach eine tief greifende Revision statt. „Das bedeutet: Die alten Einträge in die Denkmalliste wurden überprüft, die Gebäude vor Ort besichtigt, fotografiert, die Bauten gebäudescharf kartiert und die Texte in der Denkmalliste aktualisiert“, so Ott. Eine Aktualisierung erfolge weiterhin laufend.

Die ehemalige Tankstelle an der Tölzer Straße gehört nach Einschätzung des Landesamts zu den heute nur selten beinahe unverändert erhaltenen Tankstellen der 1950er-Jahre in Bayern. „Sie ist durch ihre betont moderne Architektursprache mit weitem Flugdach und gläsernem Kassenraum ein wichtiges Beispiel für die Zeit der Wirtschaftswunderjahre und ihrer neuen Mobilität.“ Die Alte Apotheke besitze aufgrund ihrer früheren Funktion und ihrer prominenten Lage an der Kocheler Straße über die (bau-)künstlerische Bedeutung hinaus auch städtebauliche und (orts-)geschichtliche Bedeutung, heißt es in der Beschreibung. Die 1965 eingeweihte Marienkirche gehöre schließlich zu den wenigen Zentralbauten der Nachkriegszeit in Bayern. Wörtlich heißt es: Sie setzt in der geometrischen Klarheit der Gestaltung beispielhaft die damals neuen, künstlerischen und liturgischen Anforderungen um. Außerdem zeichnet sie sich durch eine hochwertige künstlerische Ausstattung aus, zu der unter anderem das große frühbarocke Kruzifix des Bartholomäus Steinle gehört.

In den Gemeinden Bad Heilbrunn, Dietramszell, Egling und Gaißach sowie in der Stadt Bad Tölz sind demnächst weitere sogenannte Nachqualifizierungen von Denkmälern zu erwarten. Das hat das Tölzer Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt.

Franziska Seliger und Alois Ostler

Lesen Sie auch: Mega-Bauprojekt in München: Hier sollen 720 Wohnungen entstehen

Kommentare