An allen weiterführenden Schulen im Landkreis

Am 5. Oktober dürfen die Unter-18-Jährigen zur Wahlurne schreiten

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Informierten über die anstehende U18-Wahl: Verena Peck (stehend) und Vertreter verschiedener Jugendorganisationen aus dem Landkreis.

Die Stimmen haben zwar keinen Einfluss auf die Zusammensetzung des künftigen bayerischen Landtags, aber geben doch ein Bild ab, was sich Jugendliche von der Politik erwarten: Bei der U18-Wahl im Landkreis dürfen auch alle diejenigen ihr Kreuzchen machen, die eigentlich noch zu jung dafür sind.

Bad Tölz – Kinder und Jugendliche haben oft wenig „Bock“ auf Politik. Dabei sei es aber wichtig, so die Meinung von Pädagogen und Jugendinstitutionen, die grundsätzlichen Abläufe auf politischer Ebene und vor allem den hohen Wert einer demokratischen Staatsform rechtzeitig zu vermitteln.

Eine Möglichkeit dazu ist die „U18-Wahl“, die heuer mit Bezug zu den bevorstehenden Landtags- und Bezirkstagswahlen durchgeführt wird. Nachdem im Landkreis zuletzt bei der Bundestagswahl sozusagen in Eigeninitiative sämtliche Geretsrieder weiterführenden Schulen und die Tölzer Montessorischule dieses Projekt mit großem Erfolg durchgeführt hatten, erging diesmal nun eine Teilnahme-Empfehlung von Seiten des Landkreises an alle weiterführenden Schulen im Kreis-Gebiet. „Und alle haben zugesagt“, freute sich Kreisjugendpflegerin Verena Peck jetzt bei einer Infoveranstaltung für die betreffenden Lehrkräfte und Schulen zu diesem Vorhaben. Man wolle mit einer flächendeckenden U18-Wahlbeteiligung ab der fünften Klasse ein deutliches bildungspolitisches Zeichen setzen. Das bedeute für die Teilnehmer etwa, Fragen zu stellen, Antworten zu hinterfragen, politischen Modellen auf den Grund zu gehen, selbst festzustellen, was einem besonders wichtig ist, und das demokratische System mit dem Recht der Wahlentscheidung zu verstehen.

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An der Planung und Organisation der U18-Wahl wirken neben der Kreisjugendpflege und dem Kreisjugendring noch weitere sechs Organisationen wie etwa die Katholische Jugendstelle und die Evangelische Jugend im Dekanat Bad Tölz mit. Maßgeblich sei, diese Wahlen vom Ablauf her genauso zu gestalten wie die „echten“ Wahlen. Die meisten Schulen hätten einen separaten Raum, den sie als Wahllokal anmelden könnten, so Peck. „Wenn es gar nicht anders geht, kann man auch in der Klasse abstimmen lassen.“ Ansonsten wären natürlich Wahlkabinen und Wahlurnen, die man vielleicht zu leihen bekommen könnte oder ansonsten selbst bastelt, wünschenswert. Geachtet werden müsse vor allem auch darauf, dass die Stimmzettel bei der Abgabe zusammengefaltet sind.

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Wenn das Wahllokal geschlossen wird – die Uhrzeit kann jede Schule für sich bestimmen – geht es ans Auszählen. Ein vorab gebildetes Wahlteam, in das auch Eltern und Schüler berufen werden können, sei hier meist unverzichtbar, erklärte Rudi Mühlhans vom Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried. Möglich sei überdies die Einbindung des kommunalen Jugendreferenten. Die Ergebnisse müssen jedenfalls zur Veröffentlichung am Wahltag – das ist Freitag, 5. Oktober – vor 18 Uhr per E-Mail an die U18-Koordinierungsstelle gemeldet werden.

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Wie aber soll die notwendige Vorbereitung der Schüler im Stundenplan Platz finden? Wie viel Zeit dafür aufgewendet werden könne, sei ebenfalls den Lehrkräften überlassen, beantwortete Peck diese Frage. Neben den benötigten Wahlunterlagen stelle der Bayerische Jugendring auch Vorlagen zur Gestaltung dieser Unterrichtsstunden zur Verfügung. Weitere Informationen über Parteien und ihre Ziele biete zudem das Internet etwa auf www.wahlomat.de oder www.abgeordnetenwatch.de/bayern. Die Erfahrungen mit der U18-Wahl würden zeigen, so Kerstin Barth vom Kreisjugendring, „dass die Jugendlichen eigene Anliegen und einen Wählerwillen haben. Die Ergebnisse waren immer ähnlich zu den Erwachsenen-Wahlen.“

Rosi Bauer

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