JUBILÄUM

Amnesty International feiert 50. Jubiläum mit großer Vernissage

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Verfolgung und Hinrichtungen: Die Ausstellung über das 50 Jahre währende Engagement von Amnesty International spiegelt die Schattenseiten der Weltgeschichte wieder.
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Mit einer zeitgeschichtlichen Ausstellung im Foyer des Gymnasiums Miesbach feiert die Kreisgruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) ihr 50-jähriges Bestehen.

Dafür durchforstete die Gruppe um Gründungsmitglied Fritz Weigl das Archiv nach Dokumenten, die das Miesbacher Engagement und seine Entwicklung analog zum Bestehen der Menschenrechte im weltpolitischen Kontext widerspiegelt. Verfolgung durch die Stasi in der ehemaligen DDR, Hinrichtungen in der Volksrepublik China sowie in US-amerikanischen Gefängnissen, Kinderrechte in Afrika, Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien, Flüchtlingsrettungen im Mittelmeer, verschwundene Studenten in Mexiko, Frauenrechte in Indien und im Iran sowie die Porträts mutiger Widerständler, die sich in Staaten, in denen Menschenrechte missachtet werden, für selbige einsetzten, sind auf sechs Stellwänden zu finden – eine pro Dekade. Außerdem eine zusätzliche für die zurückliegenden zehn Jahre, in denen das Thema Menschenrechte so aktuell ist, wie schon lange nicht mehr.

„Im Internet is hoid wärmer. Da ziagt’s ned so.“ Kabarettistin Christine Eixenberger über das bequeme Engagement bei Online-Petitionen, das fragwürdig „kämpferische“ Teilen irgendwelcher Internetposts und das digitale Aufregen über Menschenrechtsverstöße. 

„Der Kampf für die Menschenrechte ist wichtiger als je zuvor“, sagte auch Jens Zangenfeind in seiner Festrede. In Vertretung von Landrat von Löwis dankte er den Landkreisbürgern für die sofortige Hilfsbereitschaft angesichts des Angriffskriegs in der Ukraine. Er lobte den Einsatz der AI-Gruppe Miesbach, würdigte die Leistungen von Fritz Weigl, dem „Hotspot der Menschlichkeit“ und sagte die Unterstützung des Landkreises für die weitere Arbeit von AI Miesbach zu. „Es heißt zueinanderzustehen und füreinander da zu sein“, sagte Zangenfeind, bevor die Big Band des Gymnasiums unter der Leitung von Simon Weiß Filmmusik aus allen erdenklichen Superhelden-Filmen zum Besten gab.

Anschließend machte Christine Eixenberger, Kabarettistin und ehemalige Schülerin des Gymnasiums, rund 100 Gästen in ihrem rund halbstündigen Auftritt deutlich, wie einfach es ist, sich in Miesbach für Menschen- und Frauenrechte einzusetzen – gerade in Alltagssituationen, etwa Gespräche mit Handwerkern und Baufinanzierungsberatern. Wichtig, so die Kabarettistin, sei es sich proaktiv zu informieren, aktiv zu werden und sich nicht in der Anonymität des Internets zu verstecken. Ihren Auftritt spendete die „Guerilla-Gams vom Oberland“ der AI-Gruppe.

Die Ausstellung ist bis 29. Oktober, Montag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr und Samstag von 9 bis 12 Uhr im Foyer des Gymnasiums Miesbach zu sehen.

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