Andrang am Kochelsee

Schlehdorf will Parkplatz für Badegäste ausweisen

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Deutlich mehr Menschen kamen heuer nach Schlehdorf, um im Kochelsee zu baden. Das bringt Probleme mit sich.

Schlehdorf Angesichts des tollen Sommers kamen heuer besonders viele Menschen an den Kochelsee, um dort zu baden und in der Sonne zu liegen. Das bilanzierten die Schlehdorfer Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Donnerstag. „Der Kochelsee nimmt scheinbar an Interesse zu“, ist der Eindruck von Bürgermeister Stefan Jocher. „Vielleicht auch, weil der Walchensee komplett überlaufen ist“, vermutete er. Für seine Gemeinde brachten die Badenden aber auch Probleme mit sich, denn: „Verbotsschilder wurden ignoriert.“ Immer wieder seien Leute mit ihren Autos am Vereinsheim der Fußballer und den Sommerstockbahnen vorbei bis fast ans Seeufer gefahren.

Um das zu vermeiden, möchte Jocher in diesem Bereich nun eine Schranke anbringen. Eine solche habe es vor dem Bau des Vereinsheims bereits gegeben. Sie sei im Zuge der Baumaßnahmen aber abgerissen worden. Die Schranke ist hinter den Stockschützenbahnen geplant.

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Rechts neben dem Weg möchte Jocher eine Wiese zu einem eingezäunten Parkplatz machen. Die Gemeinde hat die Wiese von der Schlösser- und Seenverwaltung gepachtet. Die Schlösser- und Seenverwaltung habe bereits Zustimmung signalisiert. Unter anderem weil der Kochelsee Vogelschutzgebiet ist, müsse das Landratsamt aber erst noch prüfen, ob diese Parkfläche überhaupt genehmigungsfähig ist. Laut Jocher soll die Fläche Wiese bleiben und nicht versiegelt werden.

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Die Gemeinderäte reagierten positiv. Damit würden „nicht nur Verbote ausgesprochen, sondern auch Gebote geschaffen“, sagte etwa Justina Eibl. Aber: „Es muss in die Landschaft passen.“ Sie betonte, dass Schlehdorf einen sanften Tourismus befürworte. Leonhard Huber mahnte an, den Parkplatz nachts für Wohnmobile zu sperren. Er befürchtet, dass viele Camper morgens abreisen, aber ihren Müll zurücklassen. Die Wiese ist laut Jocher rund 1600 Quadratmeter groß. Ob die Gesamtfläche zum Parkplatz werden müsse, bezweifelte er aber, denn: „Wir müssen nicht für 100 Leute Parkplätze ausweisen.

Das nächste Wort hat nun das Landratsamt. Erst wenn die Behörde zustimmt, wollen sich die Räte an die konkrete Planung machen.  fn

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