- VonHans Kürzlschließen
Der natürliche Jagdtrieb eines Hundes wird zum Problem, wenn er den Jagdpächtern in die Quere kommt. Das passiert in Eichenau offenbar zu oft, weshalb der Jäger seine Quote nicht erfüllen kann. Nun gab es einen Aufruf an Hundebesitzer, die Leinenpflicht zu beherzigen.
Update Freitag, 22. November: So verhält es sich mit der Anleinpflicht
Bei vielen Hundebesitzern in Eichenau herrscht eine gewisse Unklarheit über die Anleinpflicht beziehungsweise deren Rechtmäßigkeit. Das zeigen Diskussionsbeiträge. Auf Nachfrage erklärt Bürgermeister Peter Münster, dass die Anlein-Pflicht wirklich auch außerorts gilt. Diese gilt generell aufgrund der Verordnung für das Landschaftsschutzgebiet Emmeringer Leite und Eichenauer Wald, die das Landratsamt 1994 erlassen hat. Innerorts greift seit 2008 die Hundehaltungsverordnung, in der ebenfalls eine Anleinpflicht verordnet wird. Sie gilt für Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern und für Kampfhunde.
Das war der ursprüngliche Bericht
Eichenau – Im gemeindlichen Mitteilungsblatt sah sich Bürgermeister Peter Münster (FDP) dazu veranlasst, allgemein an die Vernunft der Hundebesitzer zu appellieren und an die Anleinpflicht außerhalb bebauten Gebietes zu erinnern. „Das hat schon seine Dringlichkeit“, erklärte Münster auf Nachfrage. „In Eichenau gilt unabhängig von der Hundehalterverordnung außerhalb des bebauten Gebietes grundsätzlich Anleinpflicht für Hunde“, heißt es im Mitteilungsblatt wörtlich.
Es gibt zu viele Rehe und in Folge Wildverbiss, wie Münster erklärte. Ein Jagdpächter müsste da eingreifen und Wild vernünftig jagen, um den Schaden im Wald zu begrenzen. „Doch er kann diesen Hegeverpflichtungen nicht ausreichend nachkommen“, berichtet der Bürgermeister weiter.
Jagdquoten können nicht erfüllt werden
Vorgeschriebene Jagdquoten könnten nicht erfüllt werden. Der Jagdpächter müsse nämlich wieder vermehrt auf streunende oder frei laufende Hunde achten und Rücksicht auf die Vierbeiner nehmen. Das verhindere allerdings wiederum eine ausgewogene Balance in der Natur. Münster stellt an dieser Stelle klar, dass der Jagdpächter im Zweifelsfall auf diese Rücksichtnahme verzichten müsse: „Hunde können abgeschossen werden.“ In Olching ist das zu Beginn des Jahres passiert, nachdem ein Weimaraner ein Reh gerissen hatte.
Soweit will es natürlich niemand kommen lassen. Münster weiß um die Aufregung von Hundebesitzern, wenn es um das Wohl ihres Lieblings geht. Deshalb auch die Bitte: „Leint Eure Hunde also an.“