Maroder Dachstuhl und eindringendes Wasser

Asam-Sanierung in Freising wird doch teurer

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Ulrich Setzwein zeigte den Interessierten den maroden Dachstuhl.
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Die Sanierung des Freisinger Asam-Gebäudes wird teurer und braucht mehr Zeit. Das wurde jetzt bei einem Rundgang bekannt.

Freising Helm war Pflicht und Vorsicht überall geboten. Denn: „Es schaut noch wild aus“, wie Ulrich Setzwein, der beim Hochbauamt der Stadt Freising für die Generalsanierung des Asamgebäudes verantwortliche Projektleiter, sagte. Beim Tag der Städtebauförderung am Samstag führte Setzwein zwei Gruppen Interessierter durch die Baustelle. Und die erfuhren aus erster Hand, dass sich die Fertigstellung verzögern werde und die Baukosten steigen.

Seit rund 300 Jahren stehe das als Priesterseminar in mehreren Abschnitten errichtete herausragende Einzeldenkmal nun an dieser Stelle, zahlreiche Nutzungen und Umbauten habe es erfahren, seitdem es nach der Säkularisation in den Besitz der Stadt übergegangen sei, so Setzwein zu Beginn der Führung. Erste Überlegungen für eine Generalsanierung habe es in 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gegeben, aber erst 2008 habe der Stadtrat einen Architektenwettbewerb ausgelobt, 2016 den Projektbeschluss gefasst. Im April 2017 seien dann die Bauarbeiten gestartet. Und die sind höchst komplex, stellen für Planer, Handwerker und Verantwortliche eine große Herausforderung dar.

Drainagen wurden notwenig

Selbst drei Jahre nach Beginn der Arbeiten sieht es mehr denn je nach Baustelle aus: Alles ist mit Holzplanken gesichert, sind Balken freigelegt, Erd- und Schutthaufen prägen das Bild im Erdgeschoß, an fast allen Wänden ist der Putz abgeschlagen. Nach der Gründung des Gebäudes mit 400 Mikropfählen und der Einbringung von Horizontalsperren in der ersten Phase der Arbeiten habe man nun „mit dem Wasser zu kämpfen“, so Setzwein: Die südlich des Gebäudes verlaufende Moosach und das vorhandene Schichtenwasser habe das Einbringen von Drainagen und Sperren notwendig gemacht, ein Prozess, der allein ein Jahr Planung erfordert habe. Und der die Kosten von ursprünglich berechneten 46,6 Millionen Euro allein für die Generalsanierung „ein bisschen erhöhen“ werde, so Setzwein. Genaue Zahlen wollte er noch nicht nennen, schließlich müssten das die Stadträte noch so genehmigen.

Dachstuhl noch maroder als vermutet

Derzeit liegt das Hauptaugenmerk im Bauablauf auf dem Dachgeschoß: Auch da habe man trotz eingehender Voruntersuchungen nun während der Bauarbeiten erkennen müssen, dass der Zustand des barocken Dachstuhls noch schlechter sei als vermutet: Viele Balken seien vom Hausschwamm befallen. Und weil das ein Denkmal sei, könne man nicht einfach ganze Sparren und Balken auswechseln, sondern sei hohe Zimmermannskunst gefragt, indem nur die befallenen Teile herausgeschnitten und fachmännisch durch neue Holzteile ersetzt werden. Das freilich, und zur Bestätigung genügte nur ein kurzer Blick auf die bereits ersetzten Teile, nimmt viel Zeit in Anspruch. Und deshalb, so Setzwein, werde es auch zu einer „gewissen zeitlichen Verzögerung“ kommen. Die Sanierung des Dachstuhls samt Neueindeckung (jetzt dann im historisch belegten Rot) werde erst im dritten oder vierten Quartal 2019 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme, die für Mitte bis Ende 2021 anvisiert war, werde wohl nun erst Anfang 2022 erfolgen, sagte der Projektleiter. Und auch das „nur unter Vorbehalt“. Denn vor neuen Überraschungen und Firmenpleiten ist man eben bei so einem Mammutprojekt nie gefeit.

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