- VonRaphaela Lohmannschließen
Der Aschauer Ortsteil Reit wird an die gemeindliche Kanalisation angeschlossen. Was jetzt passiert und was es kostet, darüber diskutierte der Gemeinderat.
Aschau am Inn – Ein Zwang bestand nie, dass die Bewohner aus Reit sich an die gemeindliche Kanalisation anschließen lassen. Stattdessen haben sie die Abwasserentsorgungsgemeinschaft gegründet und über eine Klein-Kläranlage die Sache selbst übernommen. Ein System, das keine Zukunft mehr hat.
„Die Abwasserentsorgung wurde bislang ehrenamtlich betrieben“, erklärt Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) auf Nachfrage. Nicht nur, dass es immer schwieriger werde, dass sich jemand für diese Aufgabe finde, es gebe immer mehr Vorschriften und Grenzwerte. „Es ist nicht mehr zukunftsfähig.“
Anschluss für jedes Grundstück
Daher auch das Signal an die Gemeinde, dass der Ortsteil an die Kanalisation der Gemeinde angeschlossen werden will. Der Gemeinderat hatte deshalb ein Planungsbüro beauftragt, die berechneten Kosten bei der Neukalkulation für Beiträge und Gebühren der Entwässerung berücksichtigt und die erforderlichen Mittel in den Haushalt eingestellt.
Wie sieht die Planung aus? Jedes Grundstück in Reit soll neu angeschlossen werden, der alte, private Kanal, insbesondere die Klein-Kläranlage, werden gereinigt, verfüllt und stillgelegt. Hierfür sind die jeweiligen Eigentümer beziehungsweise die Abwasserentsorgungsgemeinschaft zuständig.
In einer Tiefe von fünf Metern soll eine neue Pumpstation gebaut werden. Die maximale Tiefe, denn nur so ließen sich Aufwand und Kosten in Grenzen halten. „Sollte der Kanalverlauf 20 Zentimeter tiefer verlegt werden sowie eine tiefere Pumpstation erforderlich sein, ist dies mit einem erhöhten Sicherheitsaufwand und deutlich höheren Kosten verbunden“, erklärte Alexander Reindl vom Ingenieurbüro Behringer. Die Projektkosten liegen bei ungefähr 687.300 Euro. Umgesetzt werden soll die Maßnahme zwischen März und Juli dieses Jahres.
Entwässerung nur auf Erdgeschoss-Niveau
„Würden wir Kanal und Pumpstation tiefer verlegen, könnte es zu Problemen mit dem Grundwasserspiegel kommen“, verdeutlicht es der Bürgermeister. Was bedeutet das für die Anwohner in Reit? Auch für Reit gilt die Erdgeschoss-Entwässerung laut Satzung, das bedeutet, dass bei vorhandenen sanitären Einrichtungen im Keller eine Hebeanlage nötig sein wird. „Auf diese Weise wird dies auch in allen neu erschlossenen Baugebieten geregelt“, erklärt Weyrich.
Eine weitere Einschränkung gibt es noch: Es handelt sich um eine reine Schmutzwasser-Kanalisation. „Regenwasser darf nicht eingeleitet werden“, sagt der Bürgermeister. Dieses muss über eine separate, private Entwässerung geregelt werden.
Der Gemeinderat genehmigte die Planungen einstimmig. Die Verwaltung soll nun die Maßnahme ausschreiben, damit sie noch in diesem Jahr realisiert werden kann.