VonAndreas Beschornerschließen
Ein Mann aus dem Markt Au gilt als „Patient null“ im Kreis Freising. Sein Sohn (7) wurde negativ getestet, ein Antikörper-Test fiel jedoch positiv aus. Der Vater stellt nun Mutmaßungen an.
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- Der Patient Null aus Freising soll sich im Rheinland mit dem Coronavirus infiziert haben.
- Jetzt hat der Mann eine Vermutung die seinen Sohn (7) betrifft.
- War möglicherweise eine vermeintliche Grippewelle der Auslöser für die Covid-19-Erkrankungen?
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Au/Hallertau – Das Coronavirus hält alle in Atem. Jetzt haben sich in der Frage nach „Patient null“ im Landkreis Freising neue Erkenntnisse ergeben. Im Blickpunkt des Geschehens: die Grundschule im Markt Au. Aber eine vollständige Aufklärung wird es laut dem Gesundheitsamt Freising nicht geben können.
Corona-Rätsel: Bub (7) aus Au in der Hallertau wurde viermal negativ getestet
Die Lesart, nach der das Virus in den Landkreis Freising kam, war bisher folgende: Ein Bürger aus dem Gemeindegebiet von Au hat sich damit während eines Aufenthalts im Rheinland angesteckt. Daraufhin waren auch seine Frau und sein jüngerer Sohn mit dem Virus infiziert (wir haben berichtet). Seltsam war allerdings, dass der ältere Sohn (7) nicht an Covid19 erkrankte.
Wie der Mann aus dem nördlichen Landkreis nun mitteilt, sei der Bub in der Zeit vom 29. Februar bis zum 20. März insgesamt vier Mal getestet worden. Und jedes Mal sei das Ergebnis negativ ausgefallen. Das habe ihm und seiner Frau keine Ruhe gelassen, erzählt der Mann. Und weil bald auch die Oma zu Besuch komme, habe man auf private Kosten bei dem Siebenjährigen einen Antikörpertest durchführen lassen.
Bei dem Siebenjährigen aus Au in der Hallertau wurden Corona-Antikörper festgestellt
Jetzt, rund eine Woche später, das Resultat: Bei dem Siebenjährigen wurden Antikörper festgestellt. Das bedeutet, dass der Bub trotz mehrfacher negativer Corona-Tests an Covid-19 erkrankt war. Das wiederum legt für den Vater folgende Vermutung nahe: Vielleicht sei er selbst gar nicht der „Patient null“.
Denn die im Markt sogenannte „Auer Grippe“, die im Februar „die halbe Grundschule“ lahmgelegt hatte, sei möglicherweise gar keine Grippe gewesen, sondern vielleicht das erste Auftreten des damals hierzulande noch nicht so beachteten Corona-Virus, mutmaßt der Vater des Siebenjährigen.
Coronavirus-Verdacht: Grundschüler aus Au in der Hallertau sollen auf Antikörper getestet werden
Das würden nun auch andere Eltern von Grundschülern aus Au vermuten. Auch sie wollten für ihre Kinder Antikörpertests durchführen lassen, um Gewissheit zu haben. Er habe das Gesundheitsamt Freising über das Ergebnis des Antikörpertests informiert, berichtet der Mann aus dem Gemeindegebiet Au.
Dort hat man die Nachricht interessiert zur Kenntnis genommen, wie Pressesprecher Robert Stangl auf Nachfrage des Freisinger Tagblatts erklärt. Ganz und endgültig werde man die Vorgänge allerdings nicht aufklären können, heißt es. Zu viel Zeit sei vergangen und die Kontaktketten seien nicht mehr nachvollziehbar.
Das Gesundheitsamt in Freising geht nicht von einer Covid-19-Welle in der Grundschule aus
Man gehe aber wie schon im Februar, als die Schulleiterin das Gesundheitsamt über die Lage informierte, eher davon aus, dass es sich bei der Krankheitswelle in der Grundschule Au um Influenza gehandelt habe. Denn es wäre ungewöhnlich, dass so viele Kinder Anzeichen einer Covid-19-Erkrankung gezeigt hätten, wo gerade junge Betroffene bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus nur selten Symptome aufwiesen. Die Eltern werden jedenfalls mit Spannung darauf warten, wie die Antikörper-Tests bei den Grundschülern ausfallen.
Lesen Sie auch: Seinen ersten Corona-Patienten verzeichnete der Landkreis Freising am 1. März. Drei Monate später spricht dieser über den Krankheitsverlauf, Gerüchte und Schuldgefühle.
