VonAlois Ostlerschließen
Die Gemeinde Kochel wird heuer beträchtlich investieren. Das gab Bürgermeister Thomas Holz bei der Bürgerversammlung bekannt.
Kochel am See – Rückschau auf ein „ziemlich ereignisreiches Jahr“ hat der Kochler Bürgermeister Thomas Holz in der Bürgerversammlung am Dienstag gehalten. Gut eineinhalb Stunden dauerte der Tätigkeitsbericht, den der Rathauschef – wie alle Jahre – von A (wie aktuelle Zahlen) bis Z (wie Zukunft) gegliedert hatte. Er rief dabei nicht nur das vergangene Jahr in Erinnerung, sondern ging auch die heuer geplanten Vorhaben ein.
Unter dem für gewöhnlich nicht so spannenden Punkt H wie Haushalt der Gemeinde berichtete Holz über die im Finanzausschuss entwickelten Pläne für den Etat 2019. Die müsse der Gemeinderat am kommenden Dienstag noch absegnen, aber die Eckpunkte lassen schon mal aufhorchen.
Die Gemeinde Kochel wird demnach ihre Rücklagen bis auf etwas knapp über 200 000 Euro aufbrauchen. „Das hat einen ganz einfachen Grund“, sagte Holz. „Wir sehen es definitiv nicht ein, Straf- oder Negativzinsen zu zahlen.“ Dank der geschickten Geldanlage des Kämmerers sei dies bislang auch nicht der Fall gewesen. Und: Kochel hat seinen Schuldenstand zum Jahresende 2018 auf 2,5 Millionen Euro runtergefahren. Heuer will der Bürgermeister Investitionen in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro stemmen. Dazu zählen die Sanierung und der Anbau an das Feuerwehrgerätehaus mit einem gemeindlichen Eigenanteil von 1,2 Millionen Euro.
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Während diese Pläne bereits sehr konkret sind, ist man bei der geplanten gemeinsamen Rettungswache für Bergwacht und Wasserwacht noch „ganz am Anfang der Überlegungen“. Holz stellte erstmals die Idee vor, die beiden Rettungsorganisationen unter einem Dach zu vereinen. Die örtliche Wasserwacht habe weder eine richtige Wache mit Aufenthalts- und Ausbildungsraum. Zudem seien Material und Fahrzeuge notgedrungen auf mehrere Gebäude verteilt. Die Bergwachtbereitschaft habe zwar Räume in den Garagen der ehemaligen „Seestube“. Diese entspreche laut Holz aber bei Weitem nicht mehr den Anforderungen, die heute an einen Bergrettungsdienst gestellt werden. „Es ist zu kalt und zu feucht, sodass beispielsweise regelmäßig verdorbene Medikamente weggeworfen werden müssen“, sagte der Bürgermeister. Der Standort für einen Neubau sollte im Bereich der „Seestube“ liegen. „Das ist aber im Außenbereich und macht es alles andere als leicht.“ Die Gesamtkosten belaufen sich laut Holz nach einer ersten Schätzung auf 800 000 Euro für den Rohbau. „Den Innenausbau werden die Organisationen dann selbst übernehmen.“
Investieren will die Gemeinde auch in der Franz-Marc-Grundschule. Dort soll die veraltete Heizungs- und Lüftungsanlage für rund 550 000 Euro erneuert werden. Weitere 200 000 Euro will Holz für einen neuen Allwetterplatz an der Grundschule ausgeben. Er will den groben Asphalt am Pausenhof entfernen lassen, der bei vielen Kindern für „zerrissene Hosen und offene Knie“ gesorgt habe. Der neue 28 mal 20 Meter große Allwetterplatz soll einen Hartgummibelag erhalten. Sobald es die Witterung zulässt, soll mit der Baumaßnahme begonnen werden. Um all diese „sinnvollen Investitionen in die Zukunft“ und weitere allgemeine Straßenbaumaßnahmen schultern zu können will die Gemeinde einen Kredit in Höhe von 1,7 Millionen Euro aufnehmen.
