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Sie ist Ehrenamts-Profi: Birgitta Opitz sagt, wenn viele Menschen nur ein bisschen Zeit geben, kommt am Ende viel Zeit für Bedürftige zusammen.
Lenggries – Am Mittwoch ist Tag des Ehrenamts – und Birgitta Opitz ist Profi im Ehrenamt. „Wir spicken in der Demenzgruppe Freiraum heute Orangen mit Nelken, damit es bei allen schön weihnachtlich riecht“, erklärt Opitz, die Kurier-Volontärin Nora Linnerud ein paar Minuten schenkte, bevor sie zu den Senioren eilte. Vor fast 20 Jahren beschloss die Lenggrieserin, die vorher Grundschullehrerin war, ihre bis dahin nebenbei betriebenen ehrenamtlichen Tätigkeiten auszuweiten und den bezahlten Beruf gegen eine rein-ehrenamtliche Tätigkeit einzutauschen. „Das geht nur, weil meine Familie mich so stark unterstützt“, sagt die 59-Jährige. Heute hilft sie mit ihrem Förderverein Jugend- und Seniorentreff und Seniorenhilfe, der Demenzgruppe „Freiraum“ und der Lenggrieser Tafel Menschen in Not.
Frau Opitz, was gibt Ihnen die Tätigkeit als Ehrenamtliche?
Für mich ist es etwas Selbstverständliches, denen meine Zeit und meine Fähigkeiten zu geben, die Unterstützung brauchen. Die ehrliche Dankbarkeit, die dann zurück kommt, bestärkt einen. Das ist viel mehr wert als Geld.
Was ist Ihr Tipp, um Beruf, Familie und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen?
Einer meiner Vereine heißt „Nur a bisserl Zeit“, und genau das ist der Punkt. Man kann auch mit wenig Zeit viel geben. Da geht es beispielsweise darum, Würde auszudrücken, selbst wenn es nur das Drücken einer Hand im Vorbeigehen oder eine Umarmung ist. Wenn viele nur „a bisserl Zeit“ geben, kommt in der Menge ganz schön viel Zeit zusammen. Es gilt die goldene Regel: Wie man selbst gerne behandelt werden will, so sollte man auch die anderen behandeln. Besonders schön ist, wenn man merkt, dass man andere dabei mitzieht. Gerade habe ich einen Anruf bekommen, dass ein Lenggrieser Friseur-Salon Gebäck bei einem Bäcker für die Tafel an Nikolaus bestellt hat.
Wo brauchen Sie noch Leute?
Wir haben eigentlich nie irgendwo genug Leute. Je mehr sich bereit erklären zu helfen, desto mehr ist es für alle nur ein bisschen. Jeder kann Senioren beim Einkaufen helfen oder für die Tafel fahren. Wir sind da auch versichert. Wir brauchen auch Männer im Ehrenamt, beispielsweise für die Tafel. Und wir ringen darum, dass die Jugend sich engagiert. Wir haben immer wieder Firmlinge die sich einbringen, und auch die Schulen motivieren die Jugendlichen dazu, zu helfen. Wir gestalten zum Beispiel seit zehn Jahren das Seniorenfrühstück zusammen mit Schülern.
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