Gleich drei Projekte diskutiert

Wie viele „Solarparks“ verträgt Weilheim?

+
Dieses Projekt ist unstrittig und wird wohl noch im Juli auf den Weg gebracht: Der 2013 errichtete Solarpark zwischen Jörg-Ganghofer-Straße und Trifthof-Anbinder in Weilheims Süden soll erweitert werden. Wo kann der Strom eingespeist werden?
  • schließen

Auf Weilheimer Flur könnten bald zahlreiche neue Solarwiesen entstehen. Gleich drei potenzielle Projekte hat der Bauausschuss in seiner Juli-Sitzung diskutiert. Eines davon ist ohne weiteres möglich, wie es hieß. Doch bei den anderen gibt es noch ein handfestes Problem.

Weilheim – Die Stadt kann sich derzeit kaum retten vor Anfragen in Sachen „Freiflächen-Photovoltaik“ (PV). Und im Sinne der Energiewende ist sie solchen Vorhaben prinzipiell wohlgesonnen. Vor ein paar Wochen erst gab der Stadtrat grünes Licht für zwei große Solarpark-Projekte an der Staatsstraße zwischen Tankenrain und Zellsee (wir berichteten). Dort geht es einmal um dreieinhalb, einmal sogar um fast neun Hektar. Bisher sind die beiden Wiesen landwirtschaftlich genutzt, die Eigentümer verpachten sie nun an PV-Investoren.

Wo kann der Strom eingespeist werden?

Derweil wurden in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung schon die nächsten potenziellen Solarwiesen auf Weilheimer Flur diskutiert. Eines der Vorhaben ist unumstritten: Der Eigentümer des bereits 2013 errichteten Solarparks zwischen Jörg-Ganghofer-Straße und Trifthof-Anbinder im Weilheimer Süden möchte diesen erweitern. Die Fläche soll etwa verdoppelt werden, mit knapp 5500 Modulen würde die zusätzliche Anlage laut Stadtbauamt eine Leistung von rund 3000 Kilowatt-Peak erreichen.

Weiter landwirtschaftliche Nutzung geplant

„Kein Problem“, hieß es quer durch die Fraktionen zu diesem Antrag, zumal damit an die schon bestehende Anlage angedockt werden kann. Gerd Ratter (ÖDP) begrüßte insbesondere, dass weiter auch landwirtschaftliche Nutzung auf dem Areal geplant sei und vor Ort eine Speichermöglichkeit geschaffen werde. Denn neben einer Trafostation als Einspeisepunkt ins öffentliche Stromnetz wolle der Eigentümer auch ein kleines Gebäude für einen Energiespeicher errichten, erklärte Bauverwaltungsleiter Manfred Stork. Der Ausschuss befürwortete die Pläne einhellig. Beschlossen werden sollen die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes und die Erweiterung des Bebauungsplanes „Solarpark Jörg-Ganghofer-Straße“ in der Stadtratssitzung am 28. Juli.

Klärungsbedarf sieht die Stadt dagegen noch, was zwei „formlose Anfragen“ für weitere Solarwiesen im Westen Weilheims betrifft. Hier geht es um eine „sehr große Fläche“ (Zitat Stork) an der Ecke Kreuzstraße/Madenbergweg im Weilheimer Moos sowie eine kleinere Wiese am Ende der Altvaterstraße in der Lichtenau. Zu beiden Projekten fehlen noch gänzlich nähere Angaben, wie es hieß, „Hauptproblem“ sei die Frage des Einspeisepunktes.

Wo ist der passende Einspeisepunkt?

Wie schwierig das sei, erklärte Stork am Beispiel der beiden eingangs erwähnten Solarfelder an der Staatsstraße nach Zellsee, für die das Verfahren bereits läuft: Der Netzbetreiber habe hierfür bislang nur eine Einspeisung bei Oderding angeboten – was weite Wege bedeuten würde. In gemeinsamen Gesprächen müsse zunächst ein passender Einspeisepunkt für all die geplanten Anlagen im Weilheimer Westen gefunden werden, so Stork. Entscheidungen über die beiden neuen Anfragen müsse man so lange zurückstellen. Gleichwohl signalisierte der Bauausschuss schon mal einmütig „grundsätzliche Zustimmung“ –wenn denn die Rahmenbedingungen stimmen.

Bezüglich der gewünschten Solarwiese an der Altvaterstraße wunderte sich Ratter, dass diese „sehr klein“ dimensioniert sei. Doch prinzipiell passe Freiflächen-PV an dieser Stelle, so war man sich einig. Etwas vorsichtiger waren manche für das Vorhaben am Madenbergweg: Dort müsse man auch die „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“ nach ihrer Meinung fragen, meinte etwa Horst Martin (SPD). „Idealerweise“, so sagte auch Katharina Segerer, die Klimaschutzmanagerin der Stadt, „sollte das Weilheimer Moos zunächst in einen klimaneutralen Zustand gebracht werden“, ehe man dort Solarwiesen zulasse.

Kommentare