Alpenhof und Rehazentrum Isarwinkel

Aufnahmestopp wird schrittweise gelockert

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Formale Strukturverbesserungen, aber noch immer Defizite in der Umsetzung: Das hat die jüngste Überprüfung im Bad Heilbrunner Pflegeheim Alpenhof ergeben.

Bad Tölz/Bad Heilbrunn - Einrichtungsleiter Dr. Arnold Torhorst spricht von einem „Quantensprung“ – das Landratsamt ist deutlich zurückhaltender. Tatsache ist: Die in die Schlagzeilen geratenen Pflegeheime Alpenhof und Rehazentrum Isarwinkel dürfen ab Januar wieder Bewohner aufnehmen. Doch die Einrichtungen bleiben im Visier der Heimaufsicht.

Nach schwierigen Monaten ist Dr. Arnold Torhorst bemüht, Optimismus zu verbreiten. „Wir sind bestens aufgestellt, haben jetzt eine sehr, sehr gute Basis, wie wir sie in den vergangenen 20 Jahren nicht hatten“, sagt der Chef des Real-Verbunds Isarwinkel zum aktuellen Stand in den Pflegeheimen Alpenhof in Bad Heilbrunn und Rehazentrum Isarwinkel in Bad Tölz, die beide zu seinem Unternehmen gehören. Wie berichtet, waren die Einrichtungen in die Negativschlagzeilen geraten, Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter berichteten im Tölzer Kurier über eklatante Pflegemissstände, die auf zu wenig und nicht ausreichend qualifiziertes Personal zurückzuführen seien. Seit Monaten gilt in beiden Häusern ein freiwilliger Aufnahmestopp.

Nun hat das Landratsamt in Aussicht gestellt, dass die Heime ab Januar wieder Bewohner aufnehmen dürfen – allerdings nur schrittweise und unter strenger Beobachtung. „Wir haben den bisher freiwilligen Aufnahmestopp in einen gesetzlichen abgewandelt und mit ganz konkreten Auflagen verbunden“, erklärt Landrat Josef Niedermaier. Grundlage dafür ist eine Wiederholungsprüfung, die die Fachstelle Qualität und Aufsicht (FQA, früher „Heimaufsicht“) des Landratsamts und der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) gemeinsam Mitte November durchführten. Laut Niedermaier wurde dabei zumindest deutlich, „dass die Erkenntnis da ist, dass etwas geändert werden muss“. Auch gebe es formale „Strukturverbesserungen“.

Doch bis die konkret greifen, werde wohl noch einige Zeit vergehen. In wichtigen Punkten gibt es laut Prüfbericht keine deutlichen Verbesserungen, gravierende Defizite seien nach wie vor vorhanden. Niedermaier kündigt daher an, die weitere Entwicklung in Alpenhof und Rehazentrum „intensivst zu begleiten“. Auch Maßnahmen von einem erneuten Aufnahmestopp bis hin zur Schließung will der Landrat für die Zukunft nicht ausschließen.

Aus dem Mund von Arnold Torhorst klingt die Zusammenfassung der Überprüfung deutlich positiver. „Entsprechend den Auflagen haben wir Personal mit der geforderten Qualifikation dazugewonnen.“ Es gebe neue Einrichtungs- und Wohnbereichsleiter. Nun gehe es vor allem darum, auch im Alltag „nachprüfbare Qualität sicherzustellen“. Die dahingehenden verbliebenen Beanstandungen seien aber „relativ leicht zu beheben“. Torhorst verweist darauf, dass der MDK dem Alpenhof die Durchschnittsnote 1,9, dem Rehazentrum eine 1,8 ausgestellt habe. „Vorher hatten wir im Alpenhof eine 3,8“, so Torhorst. „Das bedeutet, dass wir innerhalb eines Jahres einen Quantensprung gemacht haben.“

Niedermaier will diese Noten aber nicht überbewerten. „Von diesen Noten habe ich nie viel gehalten, und das System wurde ja auch immer wieder öffentlich kritisiert“, erklärt er. Bayerische Pflegeheime haben im Schnitt die MDK-Note 1,4. Torhorsts Aussage, der Alpenhof sei so gut aufgestellt wie seit 20 Jahren nicht, will Niedermaier nicht kommentieren.

Andreas Steppan

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