Stadtrat hat das Projekt beendet

„Aus der Traum“: Was passiert mit den Spenden für die Surfwelle in Wolfratshausen?

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Fluss-Surfen wie am Eisbach: In Wolfratshausen wird es das nicht geben
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Nach dem Aus für die Surfwelle steht auch der Verein „Surfing Wolfratshausen“ vor der Auflösung. Aber was passiert mit dem Spendengeld?

Wolfratshausen – Nachdem der Stadtrat das Projekt Surfwelle Ende Juni endgültig zu Grabe getragen hatte (wir berichteten), hielt sich der Verein „Surfing Wolfratshausen“ mit öffentlichen Äußerungen zurück. Am Montagnachmittag um 15.45 Uhr erklärte der Verein in einer von der Stadt Wolfratshausen verbreiteten Pressemeldung: „Aus der Traum – das Projekt Surfwelle in Wolfratshausen wird beendet.“ Spenden, das betont der Vorstand, „werden auf Wunsch rückabgewickelt“.

„Aus der Traum“: Was passiert mit den Spenden für die Surfwelle in Wolfratshausen?

Neun Jahre wurde das Vorhaben kontrovers diskutiert, bilanziert Vereinsvorsitzende Stefanie Kastner. Jetzt zog der Stadtrat angesichts erneuter Preissteigerungen geschlossen die Reißleine – die Welle hätte Stand Juni rund 1,4 Millionen Euro gekostet. Sämtliche Beschlüsse im Zusammenhang mit dem Vorhaben sind aufgehoben, bereits geschlossene Verträge werden gekündigt. „Das bedeutet gleichzeitig wohl auch das Aus für den Verein“, stellt Kastner fest.

Der Vorstand „bedauert es sehr, dass die bisher erreichten Erfolge“ – unter anderem Vorliegen der Baugenehmigung, Vertrag zwischen Kraftwerksbetreiber und Stadt, Einigung mit dem Bezirksfischereiverein – sowie das ehrenamtliche Engagement des Vereins und vieler Unternehmer und Bürger nicht belohnt worden seien. Kastner erinnert daran, dass es dem Verein im Dezember 2019 gelungen war, durch eine von Tilo Scheck ins Leben gerufene Spendenaktion innerhalb von nur zehn Tagen über 63 000 Euro zusammenzutragen. Insgesamt sammelten die Ehrenamtlichen mehr als 135 000 Euro Spenden ein. „Zusätzlich hatte der Vorstand gegenüber der Stadt eine Refinanzierung der Kosten für die Wellenkonstruktion und der Baukosten in Höhe von über 350 000 Euro zugesagt“, betont Kastner.

Surfwelle: Im Februar sah der Verein keine Möglichkeit mehr, zusätzliches Geld aufzutreiben

Aber: „Als im Februar 2022 die Kosten für die Wellenkonstruktion um über 142 000 Euro höher kalkuliert werden mussten, sah der Vorstand keine Möglichkeiten mehr, weitere Zahlungsverpflichtungen zu übernehmen oder anderweitig Geld aufzutreiben.“ Auch für den Stadtrat war zu diesem Zeitpunkt das Ende der Fahnenstange erreicht.

Der Verein ,Surfing Wolfratshausen’ verabschiedet sich damit aus dem aktiven Stadtleben mit einem großen Dankeschön an alle Unterstützer der Surfwelle.

Vereinsvorsitzende Stefanie Kastner

Dass das Gremium nicht länger die Welle machen wollte, kann Kastner nachvollziehen: „So bitter es ist, hätte man bei Weiterverfolgung des Projekts aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise weitere erhebliche finanzielle Mittel bereitstellen müssen.“

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Surfwelle: Jeder Spender kann entscheiden, ob er sein Geld zurück möchte

„Jetzt stehen wir mitsamt einer riesigen Support-Community mit leeren Händen da – und Wolfratshausen hat eine Chance verpasst“, resümiert Vorstandsmitglied Jan Görner. Die Rückabwicklung der gezahlten Spenden läuft nach seinen Worten demnächst an. Alle Unterstützer, die über das Crowdfunding der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal oder über die Plattform betterplace gespendet haben, werden laut Görner „über den Rückzahlungsprozess informiert“. Jeder Spender könne selbst entscheiden, ob er sein Geld zurück haben möchte – oder ob es an die Stiftung für Kinder und Jugendliche in Geretsried/Wolfratshausen weitergereicht werden darf. Die Stiftung verwende das Geld insbesondere für Projekte der Roll Active Initiative (RAI), eine Jugendinitiative unter dem Dachverband des Kinder- und Jugendfördervereins Wolfratshausen. Die RAI kümmert sich unter anderem um die Instandhaltung des Skateparks in Waldram.

Wer seine Spende direkt an den Surferverein überwiesen hat und auf die Rückzahlung zugunsten besagter Stiftung verzichten möchte, „soll sich bitte spätestens bis Ende August“ per E-Mail an info@surfing-wolfratshausen.de melden. Görner: „Andernfalls werden alle Spenden vom Verein automatisch zurückerstattet.“

„Mehr konnten wir beim besten Willen nicht erreichen“

„Der Verein ,Surfing Wolfratshausen’ verabschiedet sich damit aus dem aktiven Stadtleben mit einem großen Dankeschön an alle Unterstützer der Surfwelle“, so Kastner. „Es war eine tolle und beeindruckende Erfahrung für uns alle, mit wie viel Freude und Motivation die Vereinsarbeit von so vielen Menschen ehrenamtlich unterstützt wurde.“ Schlusssatz: „Mehr konnten wir beim besten Willen nicht geben.“ (cce)

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