In Geretsried gibt es bereits eine

Aus diesem Grund ist die Bürgervereinigung gegen eine Baumschutzverordnung

+
Positives Beispiel für Nachpflanzungen: Die Wohnsiedlung auf der Angerwiese in Wolfratshausen wurde mit zahlreichen Bäumen begrünt.

Fällt ein Baum im Wolfratshauser Stadtgebiet, sind die Rufe nach einer Baumschutzverordnung besonders laut. Die Bürgervereinigung hält allerdings nichts davon.

Wolfratshausen „Braucht Wolfratshausen eine Baumschutzverordnung?“ Das fragte die Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) in ihrer Monatsversammlung die Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Dr. Sigrid Bender. „Wir sind natürlich dafür: Oberste Priorität hat der Erhalt von alten und großen Bäumen“, antwortete Bender. Sie wies auf deren großen Nutzen als natürliche „Klimaanlage“ und Lebensraum für zahlreiche Tierarten hin. „Die fortschreitende Nachverdichtung in unserer Stadt gefährdet den Bestand“, kritisierte die BN-Ortsvorsitzende. Dass angesichts der stetig wachsenden Wohnungsnot einige Rodungen unvermeidlich seien, räumte sie zwar ein. „Aber ein paar Exemplare sollten schon gerettet werden“, so Bender.

Rathauschef Klaus Heilinglechner, der sich in der jüngsten Bürgerversammlung mit ähnlichen Anfragen konfrontiert sah, stimmte Bender zwar „in vielerlei Hinsicht zu“. Dennoch hält er es für ausreichend, wenn die Stadt wie bisher schützenswerte Bäume in die Bebauungspläne einträgt. Eine Baumschutzverordnung, wie es sie beispielsweise in Geretsried gibt, ist aus seiner Sicht nicht notwendig. „Das wäre auch ein Eingriff in das Eigentumsrecht der Grundbesitzer“, gab Heilinglechner zu bedenken. Oft bliebe denen gar nichts anderes übrig, als alte Bäume zu fällen, weil ein Umsturz das eigene Haus oder die Nachbarschaft gefährden würde. „Die Versicherung würde dann nicht für den Schaden zahlen.“ Zudem bedeute es einen hohen Verwaltungsaufwand, Bäume zu kartieren.

Lesen Sie auch: Hauswirtschafterin? Niemals - doch jetzt ist Magdalena Eckert überglücklich damit

BVW-Fraktionssprecher Josef Praller sieht das genauso. Er plädierte dafür, einen Arbeitskreis zu bilden. In diesem sollten sich Umweltreferent Dr. Manfred Fleischer, Vertreter des Bauamts, Landschaftsarchitekten und Mitglieder der Stadtratsfraktionen zusammensetzen, um sinnvolle Lösungen für den Baumschutz zu finden.

Der ehemalige Bürgermeister Helmut Forster verwies darauf, dass schon zu seiner Amtszeit nach Baumfällungen umfangreiche Nachpflanzungen erfolgt seien. Zudem dürfe ohnehin nur etwas mehr als die Hälfte des 9,13 Quadratkilometer großen Stadtgebiets bebaut werden. Eine Baumschutzverordnung hält auch Hans-Werner Kuhlmann für nicht erforderlich. Der Vorsitzende des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) nannte die Wohnbebauung auf der Angerwiese als positives Beispiel. „Dort wurden nicht nur Häuser errichtet, sondern auch viele Bäume eingepflanzt.“ ph

Kommentare