VonPatrick Staarschließen
Der Isarwinkel verliert eine Attraktion: Die Österreichischen Bundesforste haben nun beschlossen, die Jausenstation Aquila in ein Forsthaus umzuwandeln. Für Wanderer und Radfahrer gibt es in dem beliebten Ausflugsziel nahe des Sylvenstein-Stausees keine Bewirtung mehr.
Lenggries/Fall – Die Aquila ist ein ganz besonderer Ort. Sie liegt abgeschieden im Bächental, mitten in einem großen Handy-Funkloch. Die nächste Straßenlaterne steht in Fall und ist neun Kilometer entfernt. In den vergangenen Jahren war die Gästezahl kontinuierlich gestiegen. Insgesamt fanden im Gastraum und auf der Terrasse 130 Ausflügler Platz. Zudem standen 15 Betten zur Verfügung. Im Herbst erklärten jedoch die Wirtsleute Claudia und Sepp Bichlmair, wie berichtet, ihren Rückzug. „Irgendwann ist es zu viel geworden“, erläutert die Gastgeberin. Zudem habe ihr Mann mit 63 Jahren das Rentenalter erreicht. Momentan sind die beiden mit dem Ausräumen des Gebäudes beschäftigt.
Aus Jausenstation Aquila wird ein Forsthaus
„Wenn die bisherigen Pächter nicht gesagt hätten, dass sie aufhören, hätte sich die Frage nach der Umwandlung nicht gestellt“, sagt Pia Buchner, Pressesprecherin der Staatsforste. „Wir haben mit den Pächtern sehr gut zusammengearbeitet.“ Die Staatsforste hätten sich für die Entscheidung viel Zeit genommen und alle Varianten durchgedacht. Am Ende fiel die Entscheidung gegen den Weiterbetrieb: „Eine Umwandlung ist die vernünftigste Lösung“, sagt Buchner. Aufgrund der Abgeschiedenheit sei die Aquila „sehr, sehr schwer“ zu verpachten.
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Zudem daure die Saison nur drei bis vier Monate: „Das ist für jeden Pächter natürlich eine sehr schwierige Situation. Die Entscheidung wäre wohl anders ausgefallen, wenn das Objekt einfacher zu verpachten wäre.“
Deutlich besserer Zustand als andere Hütten in der Umgebung
Letztlich sprachen aber auch innerbetriebliche Gründe für die Schließung. Die Aquila liege am Eingang des Bächentals und sei damit ein idealer Ausgangspunkt zu den weitläufigen Flächen, die in der Umgebung zu bewirtschaften sind. Insgesamt gehe es um ein Gebiet mit einer Größe von 4400 Hektar. Aber auch aus anderen Gründen ist die Aquila ein attraktives Gebäude: Sie ist in einem deutlich besseren Zustand als andere Hütten in der Umgebung, zudem verfügt sie über eine eigene Stromversorgung. Mehrere forst- und jagdwirtschaftliche Einrichtungen werden dort nun zusammengefasst. Letztlich wird an die ursprüngliche Nutzung angeknüpft - bereits in den 1990er-Jahren wurde das Forsthaus vom damaligen Revierleiter innerbetrieblich genutzt.
Der einzige Trost für Ausflügler: Die Rad- und Wanderwege in der Umgebung bleiben unverändert nutzbar.
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