VonSascha Karowskischließen
Ende Oktober verschwinden die Schanigärten wieder aus dem Münchner Stadtbild. Dann endet die Betriebserlaubnis der Freischankflächen. Einige Wirte hätten sich eine Verlängerung gewünscht.
München - Aus is und gar is, und schad is, dass’s wahr is: Die Schanigärten in München müssen schließen. Die Genehmigung der Stadt endet am 31. Oktober. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat die betroffenen Wirte nun in einem Schreiben gebeten, die Einrichtungen bis 1. November abzubauen. Einige Gastro-Betreiber hätten sich eine Verlängerung gewünscht.
Zur Erinnerung: Die Schanigärten gibt es in München seit 2020. Die coronageplagten Gastronomen sollten Gäste im Sommer und im Herbst unter freiem Himmel bewirten dürfen. Im September verlängerte der Stadtrat die zusätzlichen Freischankflächen bis zunächst 31. März 2021. Im Mai vorigen Jahres entschied das Gremium, dass die Schanigärten jedes Jahr von April bis Oktober öffnen dürfen. Und es verlängerte im Vorjahr auch die Betriebserlaubnis ausnahmsweise bis Ende November.
München: Schanigärten sind konstant beliebt
Das wäre auch heuer nötig, sagt Thomas Lupper von der Lupper Bar am Viktualienmarkt. „Man hätte die Schanigärten einfach noch vier weitere Wochen erlauben und schauen können, wie sich das entwickelt.“ Gerade vor dem Hintergrund, falls erneut Corona-Beschränkungen auf die Gastronomie zukommen sollten und etwa die Personenzahl in Innenräumen erneut gedeckelt wird. „Dann hätte man das mehr entzerren können.“
Die Schanigärten sind konstant beliebt. 2020 waren durch die neuen Freischankflächen etwa 8700 neue Plätze im Freien geschaffen worden, dafür mussten 1037 Parkplätze im Stadtgebiet weichen. 2021 waren es 11 000 zusätzliche Plätze in 681 Schanigärten, in diesem Jahr gab es noch 600 mit rund 12 000 Quadratmetern Sitzplätzen.
„Habe es akzeptiert, weil ich weiß, dass die Schanigärten nun jedes Jahr kommen“
Und dass die Münchner die Schanigärten gerne nutzen, weiß Grünen-Stadträtin Gudrun Lux. „Und das schöne Wetter lädt natürlich dazu ein, sie bis zur letzten Stunde zu genießen.“ Im November sei aber nun leider Schluss. „Es wäre auch wohl eine etwas gewagte Wette, davon auszugehen, dass das Wetter so bleibt wie es dieser Tage ist.“ SPD-Vize Christian Vorländer sieht das ähnlich. „Wenn die Schanigärten dann bei schlechtem Wetter nicht genutzt werden, dann sorgt das auch für Ärger in den Stadtvierteln.“
Verständnis für die Abbau-Anordnung hat Christian Ohlman vom Trachtenvogl. „Ich habe es akzeptiert, weil ich ja weiß, dass die Schanigärten nun jedes Jahr kommen.“ Als Gastronom brauche man auch Planungssicherheit, und vorhersagen könne beispielsweise niemand, wie sich das Wetter in den nächsten Wochen entwickelt.
„Ich finde es sinnvoll, dass auch so umzusetzen und nicht kurzfristig und ad hoc neue Regelungen zu machen“, sagt Lux. „Ich freu mich schon auf den April, wenn pünktlich zu den Osterferien die Schanigärten München wieder bereichern können.“ VON SASCHA KAROWSKI
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