Plattform präsentiert

Neuer Aussichtsturm bei Thonstetten bietet beste Sicht auf die Wiesenbrüter

+
Im Norden des Wiesenbrüter-Gebiets befindet sich der neue Aussichtsturm - zur Freude der am Projekt beteiligten Vertreter, die die Aussichtsplattform kürzlich offiziell freigaben.

Das Naturschutzgebiet zwischen Thonstetten und Inkofen hat eine überragende Bedeutung. Um den Menschen die Natur erlebbar zu machen, wurde ein neuer Aussichtsturm errichtet.

Thonstetten/Inkofen – Schon immer war der Kiebitz ein fester Bestandteil der Natur in Bayern, doch die Zeiten haben sich geändert. In den vergangenen 30 Jahren ging die Population des Vogels um satte 90 Prozent zurück, und so steht der Wiesenbrüter ebenso wie der Große Brachvogel auf der Roten Liste der extrem gefährdeten Vogelarten. Im Wiesenbrütergebiet Thonstetten werden seit Jahren Lebensräume geschaffen, um den Artenschutz zu fördern. Der nun neu errichtete Aussichtsturm soll die Natur für die Menschen erlebbar machen, ohne die Tiere zu stören.

Der Aussichtsturm befindet sich im Norden des Wiesenbrüter-Gebiets und ist am Besten über die Amperbrücke in Inkofen zu erreichen. Besucher werden gebeten, von dort nach Osten über den Amperdamm den Ort anzuradeln (ca. 5 Minuten/1,7 Kilometer) oder anzulaufen (Hier geht‘s zum genauen Ort in Google Maps). Neben dem Turm gibt es nun auch eine Infotafel mit Hinweisen zu dem Gelände, den Zielen und den Besonderheiten. Zur offiziellen Präsentation der zweistöckigen Aussichtsplattform waren Landrat Helmut Petz sowie die Bürgermeister Josef Dollinger (Moosburg), Susanne Hoyer (Langenbach) und Anton Geier (Haag) gekommen. Für die Öffentlichkeit zugänglich soll der Turm, an dem beim Termin noch eine provisorische Leiter hochführte und der eine feste Treppe bekommen soll, in wenigen Tagen sein.

Petz: Naturschutz ist eine gemeinsame Aufgabe

„Sie stehen auf Haager Flur“, sagte Geier grinsend mit dem Zusatz, „dass da hinten meine Wiese ist“. Der gut gelaunte Lokalmatador witzelte noch, „dass der Aussichtsturm für mich nur ein etwas größerer Jägerstand ist“. Geier hatte für den Gang in den zweiten Stock auch sein Fernglas mitgebracht. Er machte deutlich, dass sich das Verständnis der Menschen für die Natur im Laufe der Zeit geändert habe. Früher habe man die Entwässerungsgräben unabhängig von Vegetationsperioden einfach ausgefräst.

Beeindruckender Ausblick: Der neu errichtete Aussichtsturm soll die Natur für die Menschen erlebbar machen, ohne die Tiere zu stören.

Landrat und Jurist Helmut Petz verwies auf die Gesetze, dass jeder Bürger für den Schutz von Natur und Landschaft zuständig sei. „Das ist eine gemeinschaftliche Aufgabe“, sagte Petz. Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger lobte vor allem den Thonstettener Ortssprecher Sebastian Kreitmaier, der als „Praktiker vor Ort“ viel Einsatz für das Wiesenbrüter-Gebiet gezeigt und großen Anteil an dem Konsens der vielen Beteiligten habe.

Ulrike Lorenz: Das Ampertal ist ein wertvoller Schatz

Aus dem bayerischen Umweltministerium war Ulrike Lorenz, Vorsitzende des Bayerischen Naturschutzfonds, als Gast gekommen. „Das Ampertal ist ein wertvoller Schatz, der Biotope und Kommunen verbindet“, sagte Lorenz. Und sie zeigte sich überzeugt, dass diese Aussichtsplattform der richtige Weg sei: „Der Turm ist ein Magnet, und er soll die Menschen leiten.“ Sie lobte die Idee, dass man sich in diesem Naturbereich der Kommunen Haag, Langenbach und Moosburg auf die Wiesenbrüter konzentriere, und dass diese Tierarten perfekte Lebensbedingungen bekommen würden.

Der Aussichtsturm ist ein kleiner Teil in dem 520.000 Euro schweren Paket von Investitionen durch den Landschaftspflegeverband Freising. Bei dem von der Heinz Sielmann Stiftung geförderten Projekt im Biotop-Verbund Ampertal wurden Grundstücke erworben, Flächen aufgewertet und nun auch die Möglichkeit geschaffen, dass Menschen von Außen die heimische Natur erleben können.

Hinweis: In einer früheren Version wurde irrtümlich beschrieben, dass der Turm von Kirchamper aus erreichbar sei und bereits für die Öffentlichkeit zugänglich sei. Bei diesen Informationen handelte es sich jedoch um ein Missverständnis. Wir bitten unsere Leser um Entschuldigung.

Kommentare