Zentrum für Umwelt und Kultur

Künstler verschenkt Gemälde: Wer es haben will, muss kreativ werden

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Das ist das Rätselbild: Max-Wolfgang Weber bei der Vernissage im ZUK des Klosters Benediktbeuern.

Vor eine besondere Herausforderung stellt der Maler Max-Wolfgang Weber die Besucher seiner aktuellen Ausstellung im ZUK in Benediktbeuern.

Benediktbeuern Das gibt es auch nicht alle Tage: Eine Ausstellung, in der die Besucher ein Bild des Künstlers gewinnen können. Und zwar indem sie sich einen Titel für dieses Bild einfallen lassen. Am Donnerstag wurde die Ausstellung „Herbstklänge“ des in München lebenden Künstlers Max-Wolfgang Weber im Zentrum für Umwelt und Kultur eröffnet. Sie ist dort noch bis zum 20. Oktober zu sehen.

Und solange haben die Besucher die Möglichkeit, ihren Titelvorschlag in eine kleine Box zu werfen. Bei der Finissage wird dann der von einer Jury ermittelte Sieger verkündet. Zu diesem Bild, es trägt die Nummer 26, will der Künstler verständlicherweise keine Angaben machen. „Da sollen sich die Leute ihre eigenen Gedanken machen“, schmunzelt er.

In die Bilder von Max-Wolfgang Weber fließen Kindheitserinnerungen mit ein

Zu den anderen Werken der Ausstellung lässt er sich indes gerne befragen. Bild Nummer 19 weckt folgende spontane Assoziation bei der Betrachterin: Ein Zirkus. Artisten vor ihren Wohnwagen. Oder soll doch eher ein alternatives Lebensmodell vorgestellt werden? „Das sind Kinder der 50er- und 60er-Jahre, die noch ein freieres, ungezwungeneres Leben führen konnten, als die dauerüberwachten Kinder heutzutage“, erläutert der Künstler.

Max-Wolfgang Weber zeigt seine Gemälde in Benediktbeuern

Tatsächlich seien hier eigene Kindheitserinnerungen eingeflossen. „Ich bin in der Dresdner Neustadt aufgewachsen“, erzählt der 1939 geborene Maler. Schon vor dem Mauerbau übersiedelte er im Jahre 1957 in die Bundesrepublik. Ich hatte mein Studium in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst begonnen. Aber dort wurde es mir zu eng. Ich wollte draußen in der Welt mein eigenes Weltbild finden und prägen.“

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Von 1957 bis 1959 studierte Weber dann an der Akademie der Bildenden Künste in München, von 1962 bis 1963 an der Akademie in Wien. Seit 1964 lebt er als freischaffender Künstler in München.

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Bei einem Klosterbesuch im vorigen Jahr sei er zufällig auf eine Ausstellung des ZUK aufmerksam geworden und habe angefragt, ob er auch einmal hier ausstellen könne. Und nun steht er hier inmitten seiner Bilder und ist vom Arbeitsumfeld äußerst angetan. „Ich finde es sehr schön, dass hier im ZUK auch Seminargäste wohnen, die Bilder also in deren Alltag integriert und nicht nur von Besuchern, die zur Ausstellung kommen, gesehen werden.“

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Zur Vernissage hat sich ein knappes Dutzend Kunstfreunde eingefunden, die Webers Erläuterungen lauschten. Das Bild mit der Nummer 27, „Fahrt ins Blaue“, zeigt einen Wagen voller fröhlicher, ausgelassener Menschen, der von einem Ochsengespann gezogen wird. Es strahlt eine ländliche Lebensfreude aus. Fast konnte der Betrachter den Eindruck haben, der Stadtmensch verarbeite in seinen Bildern die Sehnsucht nach dem Landleben. Doch das weist Weber zurück: „München bietet mit seinen Parks und der Isar genügend Natur. Ich lebe bewusst und gerne dort.“ 

Sabine Näher

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