Ambach ist, wie stets an heißen Wochenenden, von vielen Ausflüglern be- oder besser heimgesucht worden. Halteverbote haben kaum jemanden interessiert.
Ambach – Das alljährliche Verkehrschaos im Hochsommer hatte das Erholungsgelände Ambach am Starnberger See sowie die Seeuferstraße in dem Münsinger Ortsteil am Wochenende wieder im Griff. Die Fahrbahnränder der Staatsstraße zwischen St. Heinrich und dem Badegelände waren komplett zugeparkt, ebenso die Busbuchten. Auch entlang der Einfahrt zum Strandbad standen zahlreiche Autos im absoluten Halteverbot.
Ein Leser berichtet, es sei aufgrund der verengten Fahrbahn nur zäh Richtung Erholungsgelände gegangen. Dort angekommen sei er wie so viele andere Badegäste eine Weile auf dem Parkplatz herumgekurvt, ehe er eine Lücke gefunden habe.
Viele kriegen demnächst Post von der Polizei
Die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) und die Polizei waren im Dauereinsatz. Von der Inspektion in Wolfratshausen erhielten die Falschparker nicht die üblichen Verwarnungen mit Strafaufforderung, sprich Strafzettel, sondern sie fanden Zettel hinter den Scheibenwischern mit dem Hinweis, dass sie demnächst Post von der Polizei bekommen werden. Wie Hauptkommissar Steffen Frühauf erklärt, wird dies aus Zeitspargründen gemacht: „Für das Ausfüllen eines Bußgeldbescheids brauchen die Kollegen fünf bis sechs Minuten. So speichern sie nur die Kennzeichen und bearbeiten die Fälle später in Ruhe in der Dienststelle.“ Ein normaler Verstoß ohne Behinderung koste in der Regel 15 Euro. „Das nehmen die Leute offenbar in Kauf. So viel zahlen sie vor der Oper in München für eine Stunde Parken“, meint Frühauf.
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Münsings Bürgermeister Michael Grasl kennt die Situation in Ambach und am übrigen Seeufer nur zu gut. „Es ist Sommer“, so sein erster lapidarer Kommentar dazu. Der Raum München boome eben weiter, man müsse die Leute verstehen, die rausfahren würden in die Berge oder an die Seen. Dass irgendwann die Infrastruktur nicht mehr mitmache, sei auch klar. Der Rathauschef spricht von einer „hoffnungslosen Unterbesetzung“ von KVÜ und Polizei. Sie könnten nicht überall sein.
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Auch im Münsinger Rathaus seien Beschwerden eingegangen, nicht nur wegen der Zustände am See. Am Sportgelände werde der schmale Hartlweg beidseitig zugeparkt. Die Besucher stellten ihre Pkw ungeniert im absoluten Halteverbot ab. Die Gemeinde bekomme aber keinen befestigten Großparkplatz am Hartlweg, solange es kein Entwässerungskonzept im Umfeld des Labbachs gebe. Selbst wenn die Kommune am See mehr Parkplätze bauen könnte und dafür den Grund zur Verfügung hätte, würde sie doch nur noch mehr Verkehr anziehen und irgendwann die Einheimischen verärgern. Grasl: „Da gibt es einfach Grenzen und irgendwann ist es auch gut. Wir können nicht noch mehr aufnehmen.“ Tanja Lühr
