Habach/Murnau - Jetzt ist es Fakt: Die Murnauer Firma „Geiger Automotive“ verlässt ihren bisherigen Standort Neu-Egling am Riegsee, einem Ortsteil von Murnau, und zieht ins neue Habacher Gewerbegebiet.
Die Gemeinde Habach und das Unternehmen unterzeichneten dieser Tage die Verträge. Das bestätigte gestern Dr. Peter Reif, Geschäftsführer der „Geiger“-Gruppe.
Damit ist „Geiger Automotive“ der erste Betrieb, der sich definitiv für einen Standort im neuen Habacher Gewerbegebiet entschieden hat. Das gesamte Gewerbegebiet umfasst eine Fläche von 15 Hektar. Die Firma hat rund 40 000 Quadratmeter gekauft. Nicht alles aber wird gleich bebaut. „Wir müssen auch noch eine Möglichkeit für die Zukunft haben“, sagte Reif.
Der Zeitrahmen für das neue Werk steht: „Bis Ende 2017 sollten wir fertig sein“, so der Geschäftsführer. Die Firma plane im neuen Gewerbegebiet ein Werk, des den Erfordernissen des international aufgestellten Autozulieferers entspricht. Dazu gehören der Produktionsbereich, Lagerflächen, die Bereiche Entwicklung, Vertrieb sowie der Finanz- und Zentralbereich der „Geiger“-Gruppe, die noch weitere Standorte in Tambach/Thüringen, Zimetshausen in der Nähe von Augsburg und in den USA hat. Bei der Unternehmensgruppe sind laut Reif momentan 771 Mitarbeiter beschäftigt. Am Hauptsitz in Murnau, der jetzt verlagert wird, arbeiten 280 Beschäftigte. Die Firma ist spezialisiert auf Autobauteile aus Kunststoff. Sie beliefert unter anderem die „VW“-Gruppe, „BMW“ und „Daimler“. Gefertigt werden ausschließlich Kunststoffteile in Spritzguss-Technik sowie Blas- und Formteile.
Bei der der Gemeinde Habach ist man hocherfreut. Bürgermeister Michael Strobl, der gestern nicht zu erreichen war, hatte jüngst betont, die Ansiedlung von „Geiger Automotive“ wäre eine große Chance für Habach. Sie sei mit hoch qualifizierten Arbeitsplätzen verbunden. Zudem könne Habach auf entsprechende Gewerbesteuereinnahmen hoffen.
Für Murnau hingegen ist der Wegzug ein herber Schlag. Immerhin verliert der Markt rund 280 Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen. „Das ist ein trauriger Tag. Ich bedaure das sehr“, sagt Bürgermeister Rolf Beuting. Für eine Rettungsaktion habe einfach die Zeit gefehlt. Wie berichtet, hatte er versucht, eine Ersatzfläche in Murnau zu organisieren - ohne Erfolg. „Das ist ein Weckruf, in Zukunft eine aktivere Wirtschaftspolitik zu betreiben.“ Murnau brauche mehr Gewerbeflächen und einen Wirtschaftsförderer, der frühzeitig die Probleme erkenne und versuche gegenzusteuern. Beuting selbst war Wirtschaftsförderer in Penzberg.
zek/as