Der CSU-Ortsverband Eurasburg-Beuerberg bat zum Neujahrsempfang. Stimmkreisabgeordneter Martin Bachhuber kündigte Neuerungen an.
Eurasburg – „Die CSU soll moderner und agiler werden, aber wir sollten nicht vergessen wo wir herkommen“, zitierte Martin Bachhuber am Sonntag beim Neujahrsempfang des CSU Ortsverbands Eurasburg-Beuerberg den frisch gebackenen Parteivorsitzenden Markus Söder. Die Partei solle bodenständig sein und nicht abgehoben. Die Devise: Lässig, nicht spießig.
„Passend zum Beginn des neuen Jahres erfährt auch die CSU nach dem Sonderparteitag in München einen Neubeginn mit Söder als Parteivorsitzendem und Horst Seehofer als Ehrenvorsitzendem“, sagte der Stimmkreisabgeordnete Bachhuber vor etwa 40 Besuchern im Gasthof zur Mühle in Beuerberg. Der angekündigte Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Heydenreuter zum Thema „Ein- und Auswanderung und Integration im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – von den Zimbern bis heute“ musste kurzfristig entfallen. „Wir hoffen, dass wir Ihren Anforderungen trotzdem gerecht werden können, auch wenn uns der Referent abhandengekommen ist“, meinte der CSU-Ortsvorsitzende Albert Berghofer. Er kündigte stattdessen einen Jahresrückblick von Bachhuber an – mit der Möglichkeit, Fragen an den erfahrenen Politiker zu richten. Anschließend wünschte Berghofer den Anwesenden für das Jahr 2019 „viel Gesundheit und Erfolg“. Unter ihnen waren Eurasburgs Rathauschef Moritz Sappl und Michael Bromberger, Alt-Bürgermeister der Gemeinde.
Schwerpunkt der Rückblende war die Landtagswahl im vergangenen Oktober. „Auch die Kreis- und Ortsverbände haben aus dieser Wahl eine Lehre gezogen“, spielte der 63-jährige Bachhuber auf die ernüchternden Ergebnisse für seine Partei an. Trotz allen Schwierigkeiten müsse man 2019 positiv angehen und sich den Herausforderungen stellen. Dazu gehören für den Bad Heilbrunner vor allem der Zuzug im Großraum München und der Ausbau der Infrastruktur. „Wir sollten nicht überschwänglich, aber zuversichtlich ins neue Jahr starten“, schloss der Kreisvorsitzende seine improvisierte Rede und bedankte sich für die Aufmerksamkeit – „auch wenn ich ja nur Lückenfüller war“.
Als sich jemand nach der internen Analyse der Wahlergebnisse erkundigte, winkte Bachhuber lächelnd ab: „Also diese erste Fragerunde reicht mit eigentlich schon.“ Natürlich habe es ganz verschiedene Gründe für die Abwanderung der Wähler gegeben, nicht nur die Migrationspolitik und das innerparteiliche Gezanke. „Viele sagen ,Der CSU trauen wir keine Nachhaltigkeit zu, Umweltpolitik ist grün‘“, führte der Kreisvorsitzende an.
Ein Empfangsgast wies auf die Jugend hin, die sich immer weniger politisch engagiere. Auch in den Ortsverbänden vermisse man den Nachwuchs. Bachhuber gab zu bedenken, dass die Jugendlichen heute viel weniger an einen Ort gebunden seien. „In Neuseeland wird ein Auslandsjahr gemacht, danach in Leipzig studiert, da fällt es schwer, in einer Partei Fuß zu fassen.“ Der Fragesteller gab sich damit nicht zufrieden: „Es würde schon helfen, wenn die politische Bildung in der Schule einen größeren Stellenwert einnehmen würde.“
Leonora Mitreuter
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