- VonMarcel Sowaschließen
2021 ging das Schloss Marzoll von der Stadt Bad Reichenhall in private Hände über. Am Montag (30. Juni) wurden die Neustart-Pläne für das historische Gebäude bekannt, Stadt und Bauausschuss stimmten zu. Jetzt gibt es weitere Details vom planenden Architekturbüro, etwa zur geplanten Gaststätte und wann es zur Eröffnung kommen könnte.
Bad Reichenhall - Nachdem der städtische Bau- und Umweltausschuss nach einer Debatte zu den Themen Lärm und Parkplätzen dem Vorhaben im Marzoller Schloss grünes Licht erteilt hat, können die Eigentümer zügig weiterplanen. Um wen es sich dabei genau handelt, wollen sie noch geheim halten. Stattdessen äußert sich das zuständige Architekturbüro Beta-Planungsteam aus Regensburg auf Nachfrage zu den weiteren Details.
„Aufgrund der historisch gegebenen Raumsituation ist eine kleine Vollwertküche vorgesehen, die mit einer ausgewählten wechselnden Karte eine gehobene regionale Küche abbilden kann“, gibt das Büro erste Informationen zum geplanten Gaststättenbetrieb bekannt. Aufgrund des Charakters des Gebäudes und der unmittelbaren Nähe zur Kirche Sankt Valentin sehe man das Schloss prädestiniert für Hochzeitsfeiern und private Feierlichkeiten.
Ständiger Kontakt mit Denkmalbehörden
„Auch der von historischen Mauern eingerahmte Innenhof soll im Sommer durch die Gastronomie mit Außenbestuhlung betrieben werden.“ Insgesamt 180 Plätze - 90 im Inneren und 90 im Gastgarten - sind vorgesehen, wie bei der Ausschusssitzung am Montag (30. Juni) klar wurde.
2021 ging das Schloss in die Hände der jetzigen Eigentümer, nachdem es vorher der Stadt gehört hatte. Damals entstand auch die grundsätzliche Idee zur Nutzungsänderung und Sanierung, „die aufgrund des Zustands als notwendig erwachtet wurde“. Damals wurden bereits Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Bad Reichenhall aufgenommen, die bis heute anhalten. „Durch die herausragende Denkmaleigenschaft des Objekts wurde bereits im Kauf eine intensive Abstimmung mit der Denkmalpflege betrieben.“
Historischer Charakter soll erhalten bleiben
Weil die Bausubstanz erhalten und damit eine nachhaltige Nutzung des Gebäudes entstehen soll, führt kein Weg an der Sanierung vorbei. Zu den wichtigsten Arbeiten zählt die Sprecherin des Architekturbüros die Erstellung der Elektronik sowie die Installation von Heizungen, Lüftungs- und Sanitäranlagen, „da diese aktuell nur sehr rudimentär vorhanden sind“. Brandschutz, Einbau der Bäder und Küchen in den Ferienwohnungen, Einbau der Gastroküche und einer WC-Anlage für die Gaststätte: Es stehen einige Maßnahmen an.
Die Putze, Stuckverzierungen und historischen Böden sollen laut dem Beta-Planungsteam lediglich überarbeitet werden. „Damit der Charakter des Gebäudes erhalten bleibt“, heißt es dazu. Schließlich weist das Schloss, das zwischen 1527 und 1536 entstanden ist, eine lange Geschichte auf.
Der weitere Zeitplan
Die hohe Bedeutung des Gebäudes für die Gemeinde und Bewohner wurde auch den Eigentümern beim Kauf mitgeteilt, sagt die Beta-Sprecherin. „Diese identifizieren sich stark mit dem Schloss. Wir haben daher die Zugänglichkeit für Bürger, aber auch für Besucher und Touristen in unserem Konzept versucht, so gut wie möglich zu würdigen.
Zu den Kosten möchten die Verantwortlichen keine Angaben machen. Aber: „Wir können allerdings sagen, dass diese mit einem Neubau nicht zu vergleichen sind und aufgrund des hochgradigen Einzeldenkmals mit erhöhten Kosten im Vergleich zu einem Neubau zu rechnen ist.“
Nach der Zusage des Bauausschusses soll der Antrag für die Baugenehmigung in die finale Bearbeitung gehen. Das Büro rechnet mit einer Genehmigung bis spätestens Herbst oder Ende 2024. Für die weitere Planungs- und Bauzeit wird mit circa 24 Monaten gerechnet. „Also gehen wir von einer Fertigstellung und Eröffnung bis Ende 2027 aus. Dies ist allerdings noch ein sehr ungenauer Termin, da allein aufgrund des Denkmals noch einige Verzögerungen oder Überraschungen kommen können.“ (ms)

