- VonMarcel Sowaschließen
Am Ende ging es ganz schnell: Im Oktober hat sich Norbert Bordas für die Übernahme des beliebten Lokals beworben, jetzt steht er kurz vor der Neueröffnung. Im Gespräch mit BGLand24 verrät er, auf welche Gerichte sich die Gäste freuen dürfen und wie er die besondere Location sowohl im Sommer als auch im Winter nutzen will.
Bad Reichenhall - Das Leben in der Gastronomie ist kein einfaches. Norbert Bordas weiß das nur zu gut. Geboren in Ungarn, lebt er seit 28 Jahren in Prien am Chiemsee. Er hat Hotelmanagement studiert, leitet seit 18 Jahren das Hotel Luitpold am Chiemsee, arbeitet auch noch für die Hotels Bergmayr und Wiesgauer in Inzell. Zwischenzeitlich war er auch in der Schweiz und in Toronto beschäftigt. Mit dieser Erfahrung sah er die Zeit gekommen, ein eigenes Restaurant zu besitzen. „Ich wollte es versuchen und als ich diesen Ort gesehen, war mir klar: Der Thumsee hat mir mein Herz geraubt.“
Aufgrund der Kürze der Zeit - am Freitag, 22. Dezember, wird der Seewirt wiedereröffnet - musste Bordas mit seinem Team ordentlich ranklotzen. Die meisten seiner Mitarbeiter kennt er bereits: Aufgrund seiner guten Verbindungen und der Tatsache, dass er sowohl Deutsch als auch Ungarisch spricht, hatte der 46-Jährige keine Probleme bei der Personalsuche. Und dann gibt es noch seinen jüngeren Bruder, der ihm unter die Arme greift. Die beiden arbeiteten mit einer Ausnahme immer zusammen im gleichen Betrieb. Überhaupt war der Weg in die Branche durch die eigene Familie quasi vorgezeichnet: Bordas Vater war ebenfalls lange Gastronom.
Schon früh die Sporen verdient
„Als 18-Jähriger habe ich am ungarischen Plattensee angefangen. Jeden Tag habe ich 13 bis 15 Stunden geackert, über acht Monate keinen Tag Urlaub genommen: Ich weiß, was es heißt, in der Gastronomie zu arbeiten“, sagt der neue Seewirt-Pächter. Natürlich wird er auch in seinem neuen Restaurant im Alltag Hand anlegen, doch er wird weiterhin das Hotel Luitpold leiten sowie im Bergmayr und Wiesgauer aktiv sein.
Und trotzdem hat er keine Angst davor, dass es zu viel wird. „Ich kenne das, und wenn man etwas Eigenes aufbaut und sein Herzblut dort hineinsteckt, fällt es einem auch leichter. Deswegen werde ich mich so richtig hineinhängen“. Schließlich will er den Seewirt so lange führen, bis der Ruhestand ruft - vorausgesetzt, sein Konzept geht auf und die Gäste kommen. Damit das gelingt, will er auf der Speisekarte auf traditionelle und bürgerliche Gerichte setzen. Alles soll aus der Region kommen, zudem sind saisonale Anpassungen vorgesehen. Doch die bayerische Küche soll bei ihm „neu gedacht“ werden.
Pulled Pork Burger aus Schweinebraten
Als Beispiele nennt er Saiblingsfilet mit Seespargel und einer Zitronen-Vinaigrette, ein Steak mit einer Bourbon-Brombeer-BBQ-Sauce oder ein Schweinebraten, der als Pulled Pork für einen Burger verwendet wird. Das Bier stammt natürlich auch aus der Region und wird von Bürgerbräu aus Bad Reichenhall geliefert. „Die Leute wollen die bayerische Küche. Sie brauchen keinen Schnickschnack, sondern wollen satt und zufrieden nach Hause gehen“, betont Bordas.
Die Leute brauchen keinen Schnickschnack, sondern wollen satt und zufrieden nach Hause gehen.
Für den Start am Freitag und die Tage danach wünscht er sich, dass die Gäste nichts vom ganzen Stress, den er und sein Team haben, mitbekommen. Deshalb ist er überzeugt, dass ein eingespieltes Personal genau das Richtige und das Wichtigste ist. „Das gilt auch für die Stammgäste: Die sollen merken, dass es hier keine Fluktuation gibt und sie bekannte Gesichter unter den Mitarbeitern sehen. Sie sollen sich wie zu Hause und unter Freunden fühlen“, beschreibt der 46-Jährige sein Ziel.
Party und Eislaufen am Ufer des Thumsee?
Für den Start zum 22. Dezember werden Reservierungen erbeten, auch wenn laut Bordas die Gäste auch einfach so vorbeischauen können - sofern es die Platzkapazitäten zulassen. Sein Blick geht auch schon in Richtung 2024: Er liebäugelt mit Beachpartys im Sommer, die jeweils ein eigenes Thema wie beispielsweise die 90er-Jahre erhalten. Und im Winter eine Eisbahn auf dem Parkplatz vor dem Gebäude oder eine kleine Weihnachtsstadt? Warum nicht, mein Bordas.
Definitiv eingeplant ist einmal in der Woche ein bayerischer Abend mit Musik und besonderen Gerichten auf der Tageskarte. Im Seewirt soll es ab dem Frühjahr auch die Möglichkeit zum Frühstücken geben. Und der Biergarten wird ebenso wiedereröffnet wie die beiden Kioske. „Für mich ist der Thumsee ein Ort zum Verweilen und Durchschnaufen. Und ich glaube, das geht anderen auch so.“
